Wir haben es geschafft! Im 2. Anlauf haben wir die Hauptstadt von Schottland erreicht. Nach der Odyssee von vor einem Jahr, wo wir in Heathrow strandeten, kamen wir dieses Jahr planmässig in Edinburgh an. Die Freude über dieses Glück war gross, auch wenn ein frühes Aufstehen dafür nötig war.
Das Haymarket Hotel liegt in guter Distanz zur gleichnamigen Tram-, Zug- und Bussstation. In knapp 30 Min waren wir vom Flughafen beim Hotel – ohne Umsteigen.
Das Hotel besteht aus 6 Reihenhäuschen, was einen privaten, ja fast persönlichen Touch gab. Nachdem wir die Koffer eingestellt hatten, machten wir uns bereits auf Entdeckungstour, plus hielten wir Ausschau nach einem Breaki-Platz. Gesucht und in einer Parallelstrasse zur berühmten Princes Street gefunden. Danach besuchten wir schon mal den Vorhof des Schlosses und liessen uns dort von den riesigen Tribünen und Bauten des Tattoo’s begeistern.
Auch begeistert haben uns Strassenkünstler mit ihren Darbietungen. Parallel zum Tattoo lief auch das Fringe Festival. Die Stadt war voll von kreativ Arbeitenden, was eine ganz spezielle Athmosphäre verbreitete.
Die Stadt war zudem am Donnerstag ebenfalls voll von AC/DC-Fans. Am selben Abend fand ein Konzert, nur eine Busstation von unserem Hotel entfernt, statt. Es soll eines der seltenen Konzerte in Europa gewesen sein, entsprechend vielseitig war die Fan-Gemeinde, was uns in einem Pub ein einheimischer Flughafen Mitarbeitender berichtete. Für uns war es eine weitere, kreative Augenweide, wie die Fans ihre Liebe zur Band ausdrückten.
Am Donnerstagabend genossen wir im Restaurant „The Outsider“ ein Abendessen voller Geschmacksexplositionen. Gleichzeitig hatten wir von unserem Platz aus direkten Blick aufs Schloss und konnten so aus der Ferne die Lichtshow des Tattoo’s mitverfolgen. Da der Tag für uns aber mittlerweile über 20 Stunden alt war, gingen wir auf direktem Weg ins Hotel und legten unsere Häupter nieder.
Edinburgh ist die einzige Gross- und Hauptstadt weltweit, die keine Hochhäuser hat, welche das Stadtbild prägen. Und genau das hat uns enorm beeindruckt, dass die Stadt den traditionellen Baustil über all die Jahre und die verschiedenen Epochen beibehielt. Was auch auffallend war, ist die nicht vorhandene Hektik, die wir von zu Hause in den Städten kennen. Alles schien chillig und stressfrei zu sein. Und das scheinen sie durchzuziehen. So sind z.B. die Arbeitszeiten von 10.00 – 16.00 Uhr, damit genügend Zeit für Familie, Freizeit und Freunde bleibt. Genau diese Haltung merkt man in allem: im Verkehr, beim Schlange stehen, beim Ticket lösen im Bus, in den Geschäften und Restaurants. Manchmal war für unsereins Geduld nötig 😉, aber nach wenigen Stunden waren auch wir infiziert von diesem Chill-Modus 😇.
Den Freitag starteten wir mit einem leckeren Brunch. Danach gings rauf zum Carlton Hill, wo wir die Aussicht auf die Stadt und das Meer auskosteten. Danach eroberten wir die Haupteinkaufsstrasse „Princes Street“, nebst Socken fanden keine weiteren Notwendigkeiten den Weg zu uns 😀. Spannend war es dennoch zu sehen, was es hier so alles gibt und welche Mode die Schotten begeistert. Ein kleines Jetleg und viele Schritte durch die Menschenmassen liessen uns das Hotelzimmer aufsuchen, um uns auszuruhen.
Denn, heute stand das lang ersehnte Tattoo an, was uns euphorisch werden liess. Seit genau 75 Jahren findet dieses Spektakel statt und hat in dieser Zeit rund 16.5 Mio. Zuschauende verzaubert. Militärische Präzision sorgt dafür, dass die gezeigten Formationen taktvoll und äusserst rhythmisch aufgeführt werden. Dass auch beim Jubiläumsanlass „Top Secret“ von Basel dabei war und ergänzend zu den faszinierenden Trommelformationen stolz die Schweizer Fahne in Szene setzten.
Zufrieden und doch auch etwas durchfroren, liefen wir zurück Richtung Hotel, wo wir todmüde ins Bett fielen.
Am Samstag fuhren wir mit dem Zug in knapp 45 Minuten nach Glasgow. Diese Stadt zählt ca. 600’000 Einwohner, was rund 70’000 mehr ist als Edinburgh. Glasgow schien uns weniger sauber und geordnet, als die schottische Hauptstadt, faszinierte uns aber durch die spürbare Aufbruchstimmung und Lust auf Innovationen. Sie soll der schottische Hub sein für moderne Technik, Digitalisierung und Medizintechnik. In einem Hopp on – Hopp off Bus verschafften wir uns einen Überblick über die Stadt und stiegen ab und an aus. So auch um ein grosses Stück am Fluss entlang zum Transport-Museum zu schlendern.
Glasgow ist übrigens sehr bekannt für ihre grossen Wandmalereien. Für Grossereignisse werden immer wieder Künstler aus der ganzen Welt beauftragt, Impressionen grosswandig zu gestalten.
Der nächste Stopp war dann wieder beim Ausgangspunkt, was für uns gleichzeitig auch Ausgangsort für eine weitere, kleine Shopping Tour war. Erneut fanden wir keine Habseligkeiten, die wir unbedingt unser Eigen nennen wollten 😉. Dafür versuchten wir es mit einem frühen Abendessen, was aber halb Glasgow wohl auch so plante. Nun, bei Rosa’s Thai fanden wir dann doch noch ein Plätzchen. Nichts, was unsere Gaumen überraschte, aber es half definitiv gegen den lauter werdenden Hunger.
Zurück in Edinburgh gönnten wir uns einen Schlummertrunk im Ghillie’s, was eine umgenutzte Kirche ist. Die dort auftretenden, lokalen Künstler sorgten für gröllende, fröhliche und tanzende Gäste. Auch wir zottelten danach zufrieden, gut unterhalten und müde ins Hotel zurück.
Den Sonntag starteten wir wieder mit einem leckeren, gemütlichen Brunch, unmittelbar bei unserem Hotel liegend. Danach liessen wir uns nach Falkirk chauffieren, wo es eine einmalige Fluss-Schleuse gibt. Das faszinierende Konstrukt konnten wir natürlich nicht nur bestaunen, sondern buchten eine Fahrt mit dem Boot. So erlebten wir live, wie das funktioniert und vor allem welch herrliche Aussicht es auf der 27 Meter höheren Ebene gab. Nach einer kleinen Stärkung im Pub „behind the wall“ ging es mit dem Zug zurück nach Edinburgh.
Am Abend hatten wir im „White Horse – Oysters & Seafood‘ einen Tisch reserviert. Die leckeren Häppchen liessen uns weit über den eigentlichen Hunger hinweg schlemmen. So dass der rund 30-minütige Rückweg von allen sehr gerne zu Fuss in Angriff genommen wurde.
Und schon hiess es „Koffer packen“. Doch da wir erst einen späten Rückflug hatten, konnten wir den Tag voll auskosten. Dafür spazierten wir am Fluss entlang nach Stockbridge, was ein ursprüngliches Gebiet mit Dorfcharakter hat. Hier hat es auch übermässig viele Kaffees, was wir natürlich persönlich ausprobierten.
Frisch gestärkt gingen wir runter zur Portobello Beach. Die Sonne begleitete uns auf diesem Schlenderweg und nur schwer trennen wir uns davon. Zurück in der Stadt gönnten wir uns noch ein paar Minuten für persönliche Andenken an diese tolle Stadt zu shoppen 😊.
Kurz nach 17.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und wir verabschiedeten uns von dieser traditionellen und doch vielseitigen Stadt. Mit der Edelweiss flugen wir zurück nach Hause – gut genährt und exzellent bedient.
Für unsere diesjährigen Hauptferien wählten wir (Steph und ich) Namibia als Reiseziel aus. Mit dem Anspruch selberfahrend, off road und primär Camping, ging es an die Routenplanung.
Wir nahmen diese Reise nicht alleine in Angriff, sondern waren begleitet von Irene (meiner Schwester), Stefi (meinem Schwager) sowie Charlotte und Peter (Freunde von uns allen). 3 Toyota Hilux mit Dachzelt, Küchenausstattung und Kühlschrank wurden für uns reserviert. Bei der Routenplanung erhielt ich Unterstützung von Franziska, von African Spirit Tours (www.instagram.com/AfricanSpiritTours.CapeTown)👍.
Namib bedeutet: Ort, wo nichts ist. Doch soviel kann ich vorwegnehmen – so ist es nicht. Im Gegenteil – für mich ist Namibia ein überraschend vielfältiges und abwechslungsreiches Land.
Am Flughafen trafen wir uns und gemütlich wie auch problemlos verlief alles bis zu unserem Reiseziel Windhoek. Angekommen, Gepäck gefasst, Geld gewechselt und SIM-Karte gekauft, führte uns ein Mitarbeitender von #Namibia2Go zur Fahrzeug-„Fassstelle“. Formalitäten erledigt, wurde uns die Handhabung des Fahrzeuges inkl. Dachzeltauf- und -abbau erläutert. Doch mit unseren geübten und campingerfahrenen Kollegen schien das alles easy zu sein und so waren wir in Null-Komma-Nichts auf der Strasse mit dem Ziel Shopping Center. Dies mit leichtem Zeitdruck, weil die Öffnungszeiten aufgrund des Feiertags „Auffahrt“ stark reduziert waren. Wann Ladenschluss wirklich ist, konnte niemand so richtig sagen 😄. Im Laden angekommen, waren wir überrascht über das grosse und vielfältige Angebot und durch den immer stärker werdenden Hunger, kauften wir für gefühlt eine halbe Armee ein. 😀 Autos vollgepackt, waren wir nun definitiv ready für die erste Etappe, welche mit rund 3 Stunden Fahrzeit vorgesehen war. Fasziniert von den endlos scheinenden, geraden Strassen, den wechselnden Landschaftsbildern und wechselnden Farben, genossen wir die ersten rund 300 km auf der Strasse. Rechtzeitig zur „golden hour“ fuhren wir durch das Gate zur Lodge Gondwana Kalahari Anib. Die rund 500 Meter bis zu den Gebäuden konnten wir nicht ohne zig Fotostopps vornehmen – Wahnsinn das Licht, die Farben und die unendlichen Weiten der Steppe. Die Fotosession gingen emsig weiter, als wir die Terrassenfenster in den jeweiligen Zimmern in Richtung Sonnenuntergang öffneten 😍.
Namibia ist seit 1992 unabhängig von Südafrika. Es gibt offiziell 11 Landessprachen, effektiv sprechen die Einwohner:innen aber über 30 unterschiedliche Sprachen. Englisch ist eine der zwei Amtssprachen. Im Jahr regnet es in Windhoek durchschnittlich 10 mm, im Vergleich zu Zürich, wo mit rund 1’300 mm gerechnet werden sollte. Warum ich den jährlichen Niederschlag erwähne? Weil wir am Tag der Rückreise in ein Gewitter gerieten. Ein sehr seltenes Ereignis in Namibia und wir waren mittendrin 🌧 ☔️😉.
Nun aber geht es in unserer Reise weiter. Fish River Canyon war das nächste Ziel und statt der vorgeschlagenen Route suchten wir uns die ersten, weniger bekannten Strassen, um das „Offroad-Feeling“ stärker zu erleben 😊. Auf diesem Untergrund bekommt Staub eine ganz andere Bedeutung 🙄. Die Mindestgeschwindigkeit von 80km/h war nötig, um die Unebenheiten der Strasse zu „überfliegen“. Und ich wiederhole mich bereits, und warne vor, das wird in diesem Bericht noch oft vorkommen: die unendlichen Weiten, die ständig ändernden Landschaftsbildern….einfach nur Wouw. Auf diesem Streckenabschnitt begleitete uns eine relativ neu scheinende Eisenbahnlinie. Jedesmal, wenn wir sie kreuzten, stand die Frage im Raum: „Wo kommt die her und wo führt sie hin?“ Es hatte was von „Wilden Westen“ 😉. Da unser Tagesziel Fish River Canyon war, wurde, je später der Tag, die Gegend hügeliger. Wobei die Berge selten einen Gipfel hatten, sondern wie abgeschnitten aussahen – Plattberge halt 😄. Fish River – der für das ausgespülte Gebirge verantwortlich ist, ist 650 km lang und schlängelt sich durch bis nach Südafrika.
Am Campingplatz angekommen, stellten wir unsere Fahrzeuge nicht auf je einen Platz, sondern wir nutzten die enorm grosszügigen Gegebenheiten pro Platz gemeinsam. Die Fahrzeuge wurden so gestellt, dass alle 3 Küchen nahe beieinander lagen und wir damit kurze Wege zwischen den verschiedenen „Kochherde“ hatten. Den Tisch stellten wir in die Mitte, nutzten die Fahrzeuge als Windschutz, und so war es fast schon kuschelig. Kaum angekommen, zauberte Charlotte das erste, frisch gebackene Brot dieser Reise. Die dafür speziell geeignete Pfanne haben sie von zu Hause mitgenommen – genau so wie den Kaffeekocher. Ich – als Camping-Neuling – war grad etwas sprachlos. Was es doch alles gibt?! Mit dieser speziellen Pfanne konnte auch Kartoffelgratin oder gar Muffins gezaubert werden und natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, diese Möglichkeiten auszutesten – dazu komme ich aber später nochmals. Egal was auf den Tisch kam, es kam einem Festessen gleich. Die beiden Küchenfeen, Irene und Charlotte, verwöhnten uns mit ihren Künsten rundum. Sie wurden optimal ergänzt von unserem Grillmeister Stefi, welcher zu Hause eher als Grillmuffel bekannt ist. Wir anderen 3, Pitsch, Steph und ich, unterstützten, bereiteten zu, tischten auf, besorgten den Abwasch und waren für die flüssige Abrundung zuständig. Auch nicht eine zu unterschätzende Aufgaben 😋.
Nach der ersten Nacht im Dachzelt, stieg ich etwas ungelenkig aus dem Zelt. Ungelenkig vor allem deswegen, weil die Temperaturen nachts auf bis zu 4° Grad runterfielen. Meine „alten“ Knochen und Gelenke waren einem Schockzustand nahe, weshalb sie am Morgen jeweils etwas Anlaufschwierigkeiten zeigten😯.
An diesem ersten Morgen wollten wir die östliche Ausrichtung des Campingplatzes nutzen und den Sonnenaufgang miterleben. Unmittelbar bei unserem Rastplatz hatte es einen „kleinen“ Hügel, welchen wir rechtzeitig besteigen wollten. Rechtzeitig waren wir, auch eingehüllt in all unsere mitgebrachten Jacken, doch klein war der Hügel keineswegs. Vermeidlich oben angekommen, eröffnete sich dort ein weitläufiges Plateau. die Aussicht von da oben war atemberaubend und zeigte auch einmal mehr die unendlichen Weiten, die schier endlos wirkten. Wir spielten beim Fotografieren mit den Schatten, Belichtungen, etc. Die Männer suchten gleichzeitig die endlosen Weiten nach Tieren ab. Es war alles in allem eine fast ehrfürchtige Stille, jeder ging seinen Gedanken nach, und trotzdem verband uns das Erleben dieses Naturspektakels „Sonnenaufgang“.
Nach einem ausgiebigen Frühstück unter langsam immer wärmer werdenden Sonnenstrahlen, befuhren wir den Fish River Nationalpark und gönnten uns an einer Stelle einen rund 1 1/2-stündigen Spaziergang. Wir konnten uns den ganzen Tag lang nicht sattsehen und fotografierten alles, was uns vor die Linse kam.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Klein-Aus. Auf dieser Fahrt bekamen wir das 1. Mal Tiere vor die Kamera. Mit dem mitgebrachten Wakitalki meldeten wir uns gegenseitig, wenn jemand etwas erblickte. Doch 2 Herausforderungen zeigten sich manchmal als schwierig:
Zu grosser Abstand zwischen den Fahrzeugen (wegen der starken Staubwolke, wenig bis kein Wind oder Gegenwind)
Funken muss gelernt sein. Frau kann nicht einfach drauflos brüllen, wenn ein Elefant die Strasse kreuzt 😉, sondern muss geduldig den Knopf drücken, 1 Sekunde warten und dann sprechen. 😄
Aber abgesehen davon, war das eine tolle Sache! Danke Pitsch, dass diese Dinger auch noch in deinem Gepäckstück Platz fanden!
Doch zurück zu der heutigen Tagesetappe. In der Lodge angekommen, schnallten wir die Trekkingschuhe an und machten uns auf, die Gegend zu erkunden. Und wie üblich in dieser Gruppe, endeten wir auf einem canyon-ähnlichen Weg, wo man das Gefühl nicht los wurde, beobachtet zu werden und dass uns nächstens eine Bande auf Pferden überfallen wird. Okay, nicht gleich überfallen, aber mindestens erschrecken 🤠. Erstaunlicherweise geschah nichts der gleichen, sondern wir erreichten Aus wohlbehalten. Für uns Grund genug, im Restaurant/Hotel Bahnhof einen Drink zu genehmigen. Die Männer hielten sich an alt Bekanntem fest 🍻. Wir Frauen waren schon etwas mutiger und bestellten einen „Pain killer“ 🍹. Ich kann aber entwarnen, er war lecker ohne dass er unkontrollierte Nachwehen bescherte 🤗. Da wir uns noch nicht an das schnelle und vor allem frühe Einnachten gewöhnt hatten, eilten wir kurz vor 18.00 Uhr der Bahnlinie entlang zurück zur Lodge. Auf dem Weg war uns ein herrlicher Sonnenuntergang gegönnt.
Die nächste Tagesetappe war Lüderitz und die Geisterstadt „Kolmannskuppe“. Die rund 80 km boten einmal mehr vielfältige Landschaften. Traumhaft bis überraschend. Ca. 20 km nach Klein-Aus stoppten wir bei den wilden Pferden. Pitsch entdeckte ein neues Talent. Er mutierte regelrecht zum Pferdeflüsterer.
Lüderitz selber war die erste grössere Stadt (~16’000 Einwohner), wo wir den Meeranstoss genossen. Nach dem nötigen Einkauf wollten wir auf dem Heimweg die Geisterstadt Kolmannskuppe besichtigen. Doch gemäss Internet und dem örtlichen Informationsbüro wären die Besuchszeiten vorbei gewesen. Gottlob interpretierte man es vor Ort grosszügiger. So konnten wir dennoch gut eine Stunde, bewaffnet mit Fotoapparat und Windjacke, die verlassenen und mit Sand gefüllten Häuser besichtigen. Gewisse Gebäude, wie z. B. das Haus des Direktors oder des Buchhalters, erzählten trotz Leerstand viel von den glamourösen Zeiten; damals, als noch Diamanten abgebaut wurden. Irgendwie war es eindrücklich, gleichwohl auch komisch, ja fast schon unheimlich.
Ja und dann gingen auf einmal die Pferde mit den Männern durch und sie brausten über einen kaum befahrenen Weg, hoch auf einen der Hügel. Zugegeben – das Gefühl von Freiheit, verbunden mit „etwas Verbotenes“ gemacht zu haben, liess uns leicht euphorisch werden 😄. Nach einem kleinen Lunch hinten auf der Ladeklappe, fuhren wir wieder weiter – zurück auf der offiziellen Strasse nach Klein-Aus.
Die nächste Etappe, nach Sesriem und damit in die Region von dem weltbekannten Sossousvlei, war für mich eine der Highlight-Etappe. Die Fahrt begann kurz nach Klein-Aus mit atemberaubenden Landschaften. Einfach fantastisch! Das eine oder andere Tier zeigte sich, meistens waren wir jedoch zu langsam, um es sauber festzuhalten. Und trotzdem war es einfach unvergesslich schön. 😄 Auf dieser Strecke passierte es dann auch das erste Mal – ein Reifen musste ersetzt werden. Für unsere Männer ging das aber ganz fix und ohne grosses Aufheben – im Gegenteil – ich wage zu sagen, dass das sogar eine willkommene Abwechslung darstellte 😎. In weniger als 15 Minuten war das Ersatzrad montiert 👍. Dass wir dann bei der Ankunft auf dem Campinplatz gleich auch noch das 2. Ersatzrad zum Einsatz kam, nutzten die Männer, um die 15 Minuten in der Wechselzone zu unterbieten.
Ja, und dann war es am nächsten Morgen soweit. Da wir ausserhalb des Gates übernachteten, hiess es Gateöffnung abwarten, bevor wir Richtung Sossouvlei und Big Daddy brausen konnten. Bevor wir uns vor dem Gate einreiten, holten wir in der nahe gelegenen Lounge unseren vorbestellten Frühstückskorb ab. Kaum war das Gate offen, fuhren wir los Richtung Big Daddy. Der Weg dahin war einfach atemberaubend, denn die Schattenspiele auf den Sanddünen begleiteten uns bis zum finalen Parkplatz. Damit wir dort ankommen konnten, galt es die letzten rund 4 Km auf reiner Sandpiste zu überstehen. Die „Jungs“ liebten diese Herausforderung – ich hingegen war froh, hatte nicht ich das Steuer in der Hand. Bevor wir Big Daddy erklommen, machten wir uns über den Frühstückskorb her, welcher ausgiebiger nicht hätte sein können: diverse Jogurt Sorten, Butter, Konfitüre, Müesli, Milch, Kaffee, Brot, Käse, Aufschnitt, frische Früchte…. es war so lecker, dass wir fast vergasen, warum wir überhaupt da sind 😉.
Doch dann machten wir uns auf den Weg zur Spitze der weltweit höchsten Düne – auch Crazy Düne oder Big Daddy genannt. Meine Begeisterung über die Vielfalt der Fotosujets kannte keine Grenzen. So wurde der eher mühsame Aufstieg (2 Schritte vorwärts und mindestens 1er zurück) fast zur Nebensache. Oben angekommen genossen wir die Aussicht auf alle anderen Sanddünen, die bis zum Horizont reichten und noch viiieel weiter. Und nun galt es, von dem Sandhügel runterzukommen. Den breite Abhang sprangen wir zu fünft in einer Reihe runter und Pitsch filmte dieses Ereignis. War das ein Spass die rund 500 Meter runterzuspringen! Unten angekommen leerten wir unsere Schuhe und erstellten damit eigene, kleine Sanddünen 😄. Mit diesem Abstieg befanden wir uns mitten im Death Vlei. Vlei bedeutet auf Afrikaans „Feuchtgebiet“ oder „Senke“. Da dieser flache See umgeben ist von kilometerweiten Sanddünen, ist dieses „death“ – sprich tot. Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass bei starken Niederschlägen in der Lehmsenke ein See bestehen bleibt und mit türkisblauem Wasser einen reizvollen Kontrast zur umliegenden Dünenlandschaft bietet. Auch wenn bei uns keine Spur von Wasser zu sehen war, faszinierte uns der ausgetrocknete, helle Lehmboden, die roten Sanddünen und dunklen Baumüberreste, so dass wir nicht aufhören konnten zu knipsen.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher zum „Sesriem Canyon“ und tobten uns dort bewegungstechnisch noch mit kleinen Klettereinlagen oder Steinkraxeleien aus 🧗♂️. Zurück auf dem Campsite liessen wir – Fahrzeug Stephika – die 2 defekten Reifen flicken.
Am nächsten Morgen ging es weiter mit dem Reiseziel Swakopmund. Und auch auf dieser Etappe waren wir begeistert von all den unterschiedlichen Landschaften. Unendliche Weiten mit schnurgeraden Strassen waren genau so Teil der Route wie canyonähnliche Passstrassen. Auch diese Etappe war null Gegenverkehr. Nichts und niemand begegnete uns. Das änderte sich ab der Düne 49, denn von dort aus gelangten wir in städtisches Gebiet von Walfischbucht und Swakopmund. In Swakopmund leben knapp 76’ooo Einwohner. Sie gilt als Aktivitätenhauptstadt Namibias und ist mit dem Hafen zu einem Wasserweg-Knotenpunkt geworden. Geschichtlich gesehen ist diese Küstenstadt von vielen Nationen (Portugiesen, Holländer, Briten und natürlich auch Deutschen) in Beschlag genommen worden und jede davon hat Spuren hinterlassen. Heute ist die Stadt die wichtigste Touristen-Destination des Landes. Das milde Kilma ist vor allem in den Monaten Dezember und Januar das Anziehungsmagnet schlecht hin. Wir hatten dort nicht so viel Glück mit dem milden Klima. Der morgendliche Nebel blieb bis weit nach 11.00 Uhr liegen und gegen Abend setzte der Nieselregen ein, angeblich eine saisonale Selbstverständlichkeit.
Am 2. Tag fuhren wir den überall angepriesenen Welwitschia Drive. Erwartet waren spektakuläre Offroad-Routen, die uns an der Welwitschia Pflanze vorbeibringen würden. Diese Pflanze ist schätzungsweise 1’500 Jahre alt und überzeugt mehr durch ihr Alter, als durch ihre Schönheit. Da die Offroad-Versprechungen nicht so atemberaubend waren, fuhren wir zurück in die Stadt und schlenderten durch die Strassen, erledigten das Shopping für die Daheimgebliebenen und liessen uns den Wind um die Ohren pfeifen.
Da das Wetter einfach nicht besser werden wollte und vor allem der bissig-kalte Wind uns für die nächste Campingstation Sorgen bereitete, entschieden wir kurzfristig, den geplanten Aufenthalt im Miles 108 auszulassen und weiterzufahren Richtung Ethosa. Dies natürlich nicht ohne Besuch beim Cape Cross, wo Hunderte von Robben ihre Nase in den Wind ragten. Es wird geschätzt, dass der Robbenbestand in Namibia bei rund 1,4 Millionen Tieren liegt. Es roch so, als dass sich mindestens die Hälfte davon an diesem Platz befand 🥴. In der Informationsbroschüre hiess es auch, dass dies der Ort sei, an dem innerhalb von 30 Tagen 90% der Jungen geboren werden. So wie es aussah, hatten wir genau diese geburtenstarke Zeit erwischt. Teilweise sahen die Kleinen aus, wie grad frisch geschlüpft – Augen zu, Fell noch richtig nass und die Mutter völlig erschöpft. Eines ist wohl übers ganze Jahr gleich – der unverkennbare Duft, welcher von diesem Ort ausging – puuhhh – noch Stunden später hatte ich das Gefühl, Robben zu riechen.
Damit wir von der Küste weg, grob Richtung Etosha fahren konnten, ging es der Skeleton Coast entlang. Dafür mussten wir das Ugab-Gate passieren. Ein wichtiger Kontrollpunkt zum nördlichen Skeleton Coast-Park. Was nirgends zu lesen war, ist, dass dieses Gate zwischen 15.00 Uhr und 08.00 Uhr nicht passiert werden kann. Ist man in diesem Park drin, ist es essentiell, dass man vor 19.00 Uhr das gegenüberliegende Gate bei Springbokwater passiert, sofern man nicht eine Übernachtung in der Skeleton Coast gebucht hat. Und wie es so sein sollte, waren wir genau um 15.15 Uhr am Gate. Super – und jetzt? Leicht verzweifelt stürmte ich ins Office, wo mich 3 Mitarbeitende mit einem breiten Lächeln begrüssten. Sie sahen mir wohl die Verzweiflung an und liessen mich sofort wissen, dass wir trotz der 15 Minuten „Verspätung“ noch durchfahren dürfen. Glück gehabt 🤗. Dieser Teil der Reise war für mich unerwartet, aber äusserst atemberaubend. Die unendlichen Weiten der Sandlandschaften sahen in Fahrtrichtung aus, als ob es schwarzer Sand ist. Schaute man jedoch zurück, war der Sand hell. Ich konnte mich nicht satt sehen und natürlich knipste der Auslöser der Kamera unaufhörlich. Der für diese Jahreszeit unüblich starke Wind war auch hier gut spürbar, sorgte aber für fast mystische Verhältnisse.
Am anderen Ende des Parks angekommen, waren wir auf ca. 950 m.ü.M. Und seit langem war es angenehm warm. Rund 4 Km nach dem Gate war ein Campingplatz, der uns für diese Nacht ein spontaner und absolut stimmiger Schlafplatz bot. Klein aber fein und wenn man ihn mit einem Wort beschreiben müsste, wäre wohl „Stille“ zutreffend. Nichts war zu hören – kein Verkehrslärm, keine Menschen, keine Lautsprecher oder was weiss ich – nichts ausser absolute Ruhe. Für uns alle war es einer der berührendsten Plätze. So eilten wir am nächsten Tag auch nicht gleich weiter, sondern erkundeten die nähere Umgebung zu Fuss und genossen einmal mehr die unendliche Weitsicht.
Der nächste Stopp war in Palmwag. Diese Übernachtung buchte ich von Swakopmund aus, da wir davon ausgingen, dass bei den ungewohnten Temperaturen eine Nacht im Miles 108 ausreichen würde. Zudem war gemäss Routenplanung vorgesehen, dass wir von Miles 108 direkt zum Westgate vom Etosha fahren. 7-8 Stunden reine Fahrzeit war dafür angekündigt gewesen. Also wollten wir diese lange, ja fast schon stressige Fahrzeit, durch das Einbauen einer „windfreien“ und hoffentlich wärmeren Etappe, verkürzen. Palmwag erschien uns passend. Da wir ja eher spontan schon in Steinbokwater waren, erwartete uns wohl die kürzeste Route überhaupt. Die Campsite liegt in einer „stock disease“ kontrollierten Area. Was das genau bedeutet, erfuhren wir erst am nächsten Tag. Als wir unseren Campingplatz bezogen hatten, ging das treibige Werkeln so richtig los, denn noch nie hatten wir so viel Zeit auf einem Platz. Stefi buk uns Schoggi-Muffins, Pitsch und Stephan flickten den Platten vom Auto „Junginger“ und die Frauen bereiteten das obligate Brot, als auch die Polpette vor, die zum Abendessen geplant waren. Trotz all diesem Wirken blieb ausgiebig Zeit für eine erfrischende Dusche und einen Apero in der nahe gelegenen Lodge.
Die nächste Etappe sollte uns zum Etosha-Park bringen, wo wir hofften ganz viele Tiere zu sehen. Entsprechend aufgeregt starteten wir die Tagesetappe. Kaum losgefahren, erreichten wir den Kontrollpunkt vom Vortag wieder. Dass da nebst dem gestrigen Kontrolleur auch eine in Tarnfarben gekleidete Frau stand, lies uns aufhorchen. Sie erkundigte sich bei uns – im 1. Auto – nach „boiled meat“. Wir verstanden die Frage nicht ganz, liessen sie jedoch wissen, dass wir nur Getränke im Kühlschrank haben. Natürlich wollte sie das sehen. Bevor ich ausstieg, funkte ich den anderen beiden Fahrzeugen, dass die Kühlschränke detailliert kontrolliert werden. Ich ahnte Böses. Erstaunt darüber, dass sowohl im Fahrzeug 1 und 2 (fast) ausschliesslich Alkohol in der Kühle war, wurde sie hingegen im 3. Fahrzeug fündig. Und zwar stiess sie dort auf nicht gekochtes Fleisch, was nicht ausgeführt werden darf. Sie bestand darauf, dass wir das Fleisch (3 Rindssteaks, 6 Schweinskoteletten und Bratspeck) entweder abgegeben oder kurz ins heisse Wasser tauchen, da kein Frischblut ausgeführt werden darf. Wirklich?? Sie verstand unsere Irritation darüber, dass uns am Vortag in keiner Weise dieser Hinweis erreichte, doch – trotz kurzem Zögern – hielt sie heroisch an den Vorgaben fest. Wir rechneten kurz durch, was diese Köstlichkeiten kosteten und entschieden dann, dass wir die total CHF 15.00 als Entwicklungshilfe investieren und das feine Fleisch dort liessen. Obwohl sie uns glauben machen wollten, dass sie es nicht selbst essen, hoffen wir doch, dass sie es getan und sich damit den Sonntag versüsst haben.
Unser Weg führte uns weiter über spannende Landschaftsgebiete. Da wir rund 100 km vor dem Etosha nicht auf der Teerstrasse fahren wollten, bogen wir auf eine offizielle Schotterstrasse ein. Leider blieben wir beim 3. Gate stecken und mussten umdrehen. Aber janu – es gibt Schlimmeres. Beim Parkeingang Galton Gate mussten wir die umfangreichen Papier- und Kontrollschritte über uns ergehen lassen. Der Kontrolleur war ein gesprächiger Mann und so gestaltete sich die Wartezeit unterhaltsam. Sobald das Okay vorlag, düsten wir weiter Richtung Unterkunft Dolomite Camp. Und hier sei nicht übertrieben das Wort „düsen“ zu verwenden. Fahrzeug 1 und 2 rasten förmlich über die Kiesstrassen und ignorierten die Temposchilder sowie den Mahnfinger der Beifahrerinnen. Das entgegenkommende Ranger-Fahrzeug konnte teilweise nur durch abrupte Bremsmanöver passiert werden. Und oha – beim 3. Fahrzeug – sprich bei Gubsers – liessen sie ihren Frust raus und meinten „wanna drive fast – leave park“. Ups – diesen Rüffel soll zwingend an die vorigen Fahrzeuge übermittelt werden, was Stefi auch pflichtbewusst machte. Wir 4 in den ersten beiden Fahrzeugen staunten nicht schlecht, als Stefi sich vor unseren Fahrzeugen aufbäumte 😲. Tiefbeeindruckt von dieser Ansage zügelten wir alle unser Temperament und fuhren gemächlicher zur Unterkunft. Die Nachtsafari verschoben wir auf den nächsten Morgen und versammelten uns vor dem Abendessen oberhalb des Wasserlochs, das vom Hotelgelände aus gut einsehbar war. Fasziniert von der vielfältigen Tierwelt die sich meist in Herden dort trafen, verpassten wir beinahe das Abendessen-Zeitfenster.
Kurz vor 06.00 Uhr wurden wir unerwartet heftig für die bevorstehende Safari geweckt. Die Treffpunktzeit wurde unklar kommuniziert, was uns den Tag im Speedmodus starten liess. Nur 15 Minuten nach dem unsanften Poltern an der Zimmertüre sassen wir auf dem offenen Jeep und wurden durch die kalte Nacht gefahren. Ja, es war um 06.15 Uhr, trotz Anfang Juni, noch stockdunkel und vor allem saumässig kalt. Diverse Wasserlöcher wurden angefahren und langsam aber sicher erwachten auch die vielen Tiere. Zebras, Giraffen, Spring- und Gemsböcke, Springböckli, Kudus, Kuhantilopen, Gnus, Schwarzfersenantilopen, Schwarznasenimpalas, diverse Vögel, Schakale, Wüstenfuchse und Strausse kreuzten unseren Weg – faszinierend, atemberaubend, naturnah. Die leise Enttäuschung darüber, dass wir keine Elefanten, Löwen oder Leoparden sahen, liessen wir nicht aufkommen, da wir wussten, dass wir die nächsten 3 Tage noch im über 22’270 km2 grossen Areal verweilen werden. Auch als die Sonne gegen 7.30 Uhr den Tag erhellte, konnten wir uns nicht wirklich aufwärmen. Retour in der Lodge spürten wir diverse Körperteile nur noch ansatzmässig und auch der lauwarme Kaffee beim Frühstück konnte nicht für ein effizientes Aufwärmen sorgen. Ich hab wohl noch nie so abartig gefroren, wie an diesem Morgen. Okay – das dachte ich in jenem Moment und wusste nicht, dass es die nächsten Tage nun so weitergehen wird.
Der Etosha Park ist halb so gross wie die Schweiz. Ganz Namibia erstreckt sich über eine Fläche von 824’292 km2. Auf dieser unendlichen Fläche wohnen gesamthaft 2,963 Millionen Einwohner. Das gibt pro km2 3,55 Einwohner. Im Vergleich dazu hat die Schweiz im Jahre 2023 rund 8,96 Millionen, was pro km2 217,03 Personen bedeutet. Das ist sicherlich mitunter der Grund, wieso wir stundenlang über die Schotterstrassen Namibias fahren konnten, ohne einer Menschenseele zu begegnen – auch im Etosha selber begegneten wir nur äusserst selten anderen Fahrzeugen.
Nach dem Frühstück hiess es Koffer packen und die nächste Etappe erstreckte sich bis nach Okaukuejo. Dies soll einer der grösseren Campsites in diesem Park sein und entsprechend emsig ging es zu und her. In diesem Teil des Parks haben wir, trotz Nachtsafari, ergänzend „nur“ Nashörner und eine Eule gesehen. Bei den Nashörner sahen wir dafür die Spitzmaul- als auch Breitmaulnashörner. Keine Elefanten, Löwen und Leoparden. Die Nashörner besuchten uns 2x täglich beim Wasserloch, welches nur wenige Meter zu Fuss von unserem Campingplatz weg lag. Eine eindrückliche, fast ehrfürchtige Stimmung war rund um dieses Wasserloch und die Naturnähe, das respektvolle Begegnen den Tieren gegenüber und den hautnahen Einblick in die Hierarchie der Tierwelt ergriff und beeindruckte uns stark.
Immer noch hoffend, mindestens Elefanten „live“ zu sehen, hielten wir auf dem Weg nach Namutoni bei Halali an. Gemäss Reiseführer soll dort ein Wasserloch sein, wo zu fast 100%iger Sicherheit über Mittag Elefanten anzutreffen sind. Nun wir gehören zu diesen Besuchern, wo das „fast“ griff, denn auch hier waren keine Elefanten zu sehen. Auf dem Weg nach Namutoni gab es noch weitere Tierherden zu bestaunen. Unglaublich wie viele Zebras es dort gibt 😲. Wusstest du, dass Zebras ein ausserordentlich feines Gehör haben? Weit vor allen anderen Tieren kann es den Feind hören, weshalb sich alle anderen Vierbeiner wie Gnus, Kudus, Springböcke, etc. gerne in ihrer Nähe aufhalten.
In Namutoni probierten wir es nochmals mit einer Nachtsafari. Da wir in Okaukuajo ergänzend zu den „gewohnten“ Tieren eine Eule beobachten konnten, waren wir zuversichtlich auch bei dieser Safari noch ein für uns „neues“ Tier erleben zu dürfen. Und siehe da, als wir alle schon fast aufgegeben hatten, querten 2 Elefantenbullen die Strasse. Wouw, das sind andere Kalieber als jene, die wir in Sri Lanka erlebten. Ich muss zugeben, der Puls ging leicht höher, vor allem dann noch, als der Fahrer einen grösseren Sicherheitsabstand zwischen uns und die Bullen brachte. Auf dieser Tour war die nächtliche Temperatur leicht über 10°Grad und der zur Verfügung gestellte Pokahonta schien wärmer als seine Vorgänger zu sein. So waren wir nicht ganz so durchfroren wie auf den anderen Touren. Dennoch war ich froh, dass nach dieser Nacht im Dachzelt das Campen vorerst abgeschlossen war. Ich sehnte mich nach einem kuschelig warmen Bett 🤩.
Nach dem Etosha stand die letzte Station Waterberg auf dem Programm. Ich war sehr gespannt, wie sich dieser Teil des Landes zeigen wird. Und ich sollte nicht enttäuscht werden, denn hier war alles wieder ganz anders. Aus dem nichts erhob sich nach stundenlangem Fahren über Sand- und Steppenstrassen eine riesige Felswand mit dichten Bäumen. Die Anfahrt hoch zur Lodge alleine war schon abenteuerlich und spektakulär. Und genau so spektakulär war auch die Aussicht. Vom Zimmer aus sahen wir runter auf Steppen bis zum Horizont. Am kleinen „Pool“ vor dem Zimmer hatten es sich bieber-ähnliche Tiere gemütlich gemacht. Hier wäre ich gerne einen Tag länger geblieben, um so die Umgebung zu erkundigen. Beim nächsten Mal….. 😉Am nächsten Morgen hingen die Wolken voll und ganz an der Felswand und beim Blick über die Ebene war ersichtlich, dass sich das, wieder unten im Tal, schnell ändern wird. Tja, das kennen wir ja auch von zu Hause, dass die Wolken an den Bergen hängen bleiben.
Auf dem Weg zurück zum Flughafen stoppten wir in Windhoek und schlenderten durch den Markt. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf, das Fahrzeug zurückzubringen. Das ging ratzfatz und kaum wissend was mit uns passiert, waren wir vor dem Flughafen. Der Rückflug mit Zwischenstopp in Frankfurt verlief ohne Zwischenfälle, so dass wir nur mit einer Gewitter bedingten Verspätung von 30 Minuten in Zürich landeten.
Es waren unglaublich eindrückliche, vielseitige, abenteuerliche, tierreiche, naturnahe, authentische und erlebnisreiche Ferien. Durch die 6 Personen in dieser Gruppe bot jeder jedem andere Perspektiven, was das individuelle Ferienerlebnis enorm erweiterte. Für diesen nicht geplanten, aber natürlich ermöglichten Mehrwert bin ich enorm dankbar 🫶. Mit euch allen gerne wieder 😍.
Am Sonntagmorgen kamen wir in Sri Lanka an und wurden von unserem Guide und Fahrer Nuwan herzlich mit dem traditionellen Blumenkette willkommen geheissen. Wir, entflohen aus dem startenden Winter, waren dankbar, die „tropische“ Wärme zu spüren. Doch nicht lange, denn gleich ging es in den nächsten 3,5 Stunden im klimatisierten Auto weiter nach Sigiriya.
Im Hotel Aliya ist unser Ausgangspunkt für die kommenden 4 Tage. Die Aussicht, die uns gleich beim Einchecken geboten wurde versprach erholsame, gemütliche Spa-Tage. Doch weit gefehlt! Zwar platzierten wir uns, nach einem kleinen Mittagessen, direkt am Infinity-Pool. Doch um ehrlich zu sein, die Freinacht aufgrund der Flugzeiten, katapultierte uns, kaum hatten wir es uns auf den Sonnenstühlen bequem gemacht, ins Land der Träume. Nur dank vereinter Vernunft schafften wir es, lange genug wach zu sein, um das Abendessen zu überstehen. Danach ging ab ins Bett, denn um 04.00 Uhr klingelte erneut der Wecker. 🫠
Denn, das Reiseprogramm startete durch und wir damit. Unsere Einstiegsaktivität ging los mit dem Aufstieg auf den Sigiriya (Lions) Rock. Über 1250 Stufen brachten uns auf das Plateau des rund 200 Meter hohen Lavadoms. Dieser atemberaubende Aussichtspunkt ist geprägt von einer terrassenähnlicher Architektur. Fantastisch war die Fernsicht und da störte es kaum, dass der Sonnenuntergang nicht so wolkenlos war, wie man es sich vorstellt. Doch das immer heller und von der Sonne getränkte Licht verzauberte die verschiedenen Ebenen der ehemaligen Burg mit einer warmen Atmosphäre. Mit der Sonne kamen auch die Affen. Frech, vorwitzig und schnell, wie man sie kennt, stibitzen sie alles aus den Rucksäcken, was nicht sauber und sicher verstaut wurde.
Wieder unten angekommen entschieden wir einen Ausflug zu einem traditionellen Dorf zu machen. Sie sind Selbstversorger und leben noch stark nach den ursprünglichen Traditionen Sri Lankas. So schlafen z. B. die Männer im Dorf und die Frauen etwas ausserhalb. Aber fangen wir vorne an: zu diesem Dorf gelangt man nur über den Wasserweg oder mit Ochs und Wagen. Wir wurden mit zweiterem hingefahren oder besser gesagt, hin geschüttelt. Meine Güte hatte ich Schiss, vor allem als uns unser Guide noch erklärte, dass der Fahrer mit den Ochsen eine eigene Sprache entwickelt habe und einer der Ochsen ständig umdrehen wollte. Fragt sich nur, wer sprachlich noch nicht ganz auf dem nötigen Niveau ist 😉. Hingegen muss ich gestehen, die Gegend, durch die wir geführt wurden, war eindrücklich. Dennoch war ich froh, als wir dann auf den Ruder-Katamaran wechseln und wenig später zu Fuss ins Dorf spazieren konnten. Im Dorf empfing uns Menika. Sie war die Schwester der Dorfchefin. Jaja, hier ist es klar, wer das Sagen hat 😀. Mit Menika kochten wir bei brühtender Hitze Kokosfladenbrot mit Kokosnuss Sambol und verspeissten es anschliessend genüsslich. Menika schloss mich von Beginn an in ihr Herz, als sie dann aber noch hörte, dass wir fast gleich heissen, war es um sie geschehen und ich durfte/musste alles probieren, machen und alles wollte sie zusammen mit mir fotografiert haben. Ein herzerwärmender Nachnittag. Vom Dorf aus ging es zurück mit dem Kat und anschliessend brachte uns das Tuk Tuk zurück zum Auto.
Der 1. Tag in Sri Lanka war nich nicht vorbei! Bevor wir den 1. von vielen Buddhatempeln besuchten, stoppten wir bei eine Seidenfabrik. Es war uns möglich, uns traditionell zu bekleiden. Natürlich wählten wir dafür die Farben unserer Firma 😀.
Der Tempel beherbergt über 153 Buddhas und die sind in eindrücklich bemalten Steinräumen untergebracht. Der Tempel, welcher in den ursprünglichen Fels reingehauen wurde, präsentiert sich eindrücklich. Damit man zu ihm gelangt, sind erneut zig 100 Stufen zu bezwingen, was bei der Hitze für viel Schweiss sorgt.
Am zweiten Morgen unserer Reise ging es erneut früh los. Der archäologische Park von Polonnaruwa wartete auf uns. Diese Überreste sind eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas. Grosse Stupas und Tempel mit zahlreichen Buddha-Statuen sowie von Garten-, Park- und Palastanlagen und diversen Gebäuden einer ausgedehnten Stadt sind zu bestaunen. Insbesondere die Buddha-Statuen von Gal Vihara begeisterten uns. Auch wenn die meisten Statuen wegen Restaurationsarbeiten mit Gerüsten verstellt waren – dies tat der immensen Ausstrahlkraft der Buddhas keinen Abbruch.
Auf dem Weg zurück stoppten wir beim Minneriya Nationalpark. Die 1. Safari im Jeep wartete auf uns. Dieser Park beherbergt die weltweit grösste bekannte Ansammlung von asiatischen Elefanten. Aktuell werden in dem 8.890 Hektar großen Park Herden von bis zu 350 Elefanten gesichtet. Wir gehörten zu den Glücklichen und konnten mehrere Herden lange Zeit beobachten und bestaunen. Diese Momente wurden immer wieder vom zahlreichen Klicken des Fotoapparates festgehalten.
Am Abend gönnten wir uns bei Einheimischen eine typische Massage, die uns etwas in den dringend nötigen Ferienmood katapultiert.
Auch der 3. Tag startete früh für uns, denn es ging in die über 2 Stunden entfernte ehemalige Hauptstadt Anuradhapura. Sie wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Umgebung gegründet und war im Jahre 100 n. Chr. die neuntgrösste Stadt der Welt. Anuradhapura verlor im Laufe der Zeit die Bedeutung und blieb viele Jahre im Dschungel verborgen. Nach bedeutenden Ausgrabungen von Palästen, Klöstern und Monumenten ist es heute wieder ein wichtiges Zentrum in Sri Lanka. Es zeigte sich uns als eine Art Pilgerort, nicht zuletzt weil dort auch der buddhistische Ursprungsbaum (Bohdi-Baum) steht und bei dem die der buddhistischen Philosophie folgen, ihre Lebenswünsche platzieren.
Und dann hiess es ab nach Kandy. Auf dem Weg dahin besuchten wir einen Kräutergarten, wo wir mehr über die verschiedene Verwendung all der Kräuter erfahren durften. Als Zeichen der effektiven Wirkungskraft wurden unsere lädierten Knie verwendet und eingehend massiert. Ich muss zugeben, seither scheint mein Knie wesentlich stabiler und weniger zickig zu sein. Natürlich kamen wir nicht aus der Anlage raus ohne gut gefüllte Einkaufstüten. 😀 Die Fahrt war generell jedoch sehr abwechslungsreich und faszinierend.
In Kandy wollte ich unbedingt einen Markt besuchen. Geplant war, hier lebensnah, farbenfrohe Bilder von Alltagssituationen zu machen. Unser Guide verfolgte jedoch ein anderes Ziel. Er führte uns schnurstracks zu seinem Gewürzhändler des Vertrauens. Bei den schwülen Wetterverhältnisse war sein Speed eine kleinere Herausforderung. Und trotzdem gelang mir der eine und andere Schnappschuss. Nachdem Markt besuchten wir den hiesigen Buddha Tempel, welcher bekannt ist, weil er unter dem goldigen Dach den Zahn des ersten Buddhas beherbergt. Dieser streng bewachte Zahn bekommt man jedoch nicht zu Gesicht.
Am Freitag stand der rund 80 ha grosse Royal Botanic Gardens auf dem Programm. Heute werden dort über 4’000 Pflanzenarten gezeigt. Ursprünglich erstellte sich König Vikramabahu im Jahre 1371 einen Lustgarten rund um seinen Palast. Kommen wir aber zurück auf die heutige Bedeutung dieses Gartens 😉. Die Erhaltung der Fauna und Flora ist heute oberstes Ziel genauso wie die Entwicklung der medizinischen Naturprodukte.
Der Nachmittag sollte unser 1. programmfreie Nachmittag werden, worauf wir schon lange hinfieberten. Verarbeiten, gemütlich am Pool liegen, genüsslich etwas trinken 🥂🍻, Buch lesen – unsere Ideen waren vielseitig. Dumm nur, dass es ausgerechnet an diesem Nachmittag regnete und da in jener Nacht Vollmond war, wurde während 24 Stunden kein Alkohol ausgeschenkt. Bad luck 🤷♀️. So blieb das Buch lesen und ich nutzte die Zeit um die Weihnachtsdeko zu bestellen und die Essensplanung für die Festtage anzugehen 😄.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug von Kandy nach Nanu Oya, durch Regenwald- und Berg-Gebiete und entlang von riesigen Teeplantagen. Doch bevor es losging, waren wir viel zu früh am Bahnhof und zusammen mit der Verspätung waren uns 2 Stunden am Bahnhof gegönnt. Ich genoss es in vollen Zügen die Atmosphäre aufzunehmen und überlegte mir für jeden Reisenden eine Geschichte, die ihn/sie zu dieser Reise bewogen haben könnte. Dass sie alle in einer Reihe entlang dem Perron sassen und auf den Zug warteten, bediente meine Belustigung über die Situation 😀.
Dann ging es aber los. Nuwan fuhr mit dem Bus und wir tuckerlten mit dem Zug durch die Landschaft. Da die Züge in Sri Lanka nicht zwingend geschlossene Türen haben müssen, konnten wir auf der ganzen Strecke aus der offenen Türe wunderschöne Bilder schiessen. Jaja, es war auch etwas Nervenkitzel bei dieser Action dabei, da die sri lankischen Züge nicht so ruhig über die Gleise gleiten, wie dies mehrheitlich in der Schweiz der Fall ist. Aber es ging alles gut 😉 und wir kamen vollzählig, jedoch mit vielen wunderschönen Eindrücken im Gepäck, am Zielbahnhof an.
Nuwan brachte uns dann nach Nuwara Eliya, was auch „little England“ genannt wird und mitten in unendlichen Plantagefeldern von Tee, Gemüsen und Kräutern liegt. „Little England“ kommt nicht von ungefähr. Die in eine harmonische Bergwelt eingebaute Kleinstadt, mit ca. 25’000 Einwohnern, wurde im 19. Jahrhundert vom britischen Kolonialbeamten, Samuel Baker, gegründet. Er setzte durch die Bauart, Gartenanlagen, Bennenungen klare Zeichen und versuchte wohl so sein Heimweh etwas zu mildern. Aber man darf neidlos zugestehen – es ist eine faszinierende Stadt auf rund 1’800 MüM, womit sie die höchstgelegenste Stadt Sri Lankas ist.
Am Sonntagmorgen um 4.30 Uhr klingelte erneut der Wecker, da wir uns auf zum rund 1 Stunde entfernten Hochplateau Horton Plains machten. Dieser Nationalpark, welcher auf 2100 bis 2300 MüM liegt, wurde 1969 gegründet und ist seit 2010 bei UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen. Zu dieser Auszeichnung kamen sie vor allem wegen der Artenvielfalt, welche viele endemische (einheimische) existierende Arten beinhaltet. In dieser hügeligen Landschaft sind nur wenige Stunden am Tag nebel- und regenfrei. Das war auch der Grund, wieso wir diese rund 3-stündige Wanderung frühmorgens in Angriff nehmen wollten. Und es hat sich gelohnt. Unglaublich diese Fauna und Flora sowie die vielen Tiere. Demütig und in uns gekehrt bewanderten wir den Rundweg. Speziell war es beim Punkt „Worlds End“. Da fiel der Fels rund 870 m ab, fast, als ob ein Teil abgebrochen ist. Die Weitsicht bis in den Süden war uns dafür ermöglicht.
Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Süden, genauer nach Yala. Die Fahrt dahin, runter durch das Tal und dann auf der Ebene gestaltete sich einmal mehr vielfältig beeindruckend. Da auch im Yala Nationalpark eine 2. Safari anstand, düsten wir die rund 5-stündige Fahrt in einem Rutsch durch. Nur für einzelne Fotostopps blieb uns Zeit 😀.
In Yala wartete das wunderschönes Hotel „Cinnemon Wild Yala“ auf uns mit einer nicht alltäglichen Lage. Am Rande des Nationalparks mit zahlreichen wilden Tieren, war es untersagt sich bei Dunkelheit alleine auf dem Areal zu bewegen. Zu gross war die Möglichkeit, dass wilde Tiere den Weg kreuzen und richtiges Verhalten wichtig war. Das gab dem ganzen einen abenteuerlichen Touch und das vom Zimmer abholen und wieder zurück geleiten verlieh einem fast schon das Gefühl von VIP- Behandlung 😄.
Doch wie schon erwähnt – Safari 2 und am nächsten Morgen Nr. 3 standen bevor. Wir fuhren im Jeep stundenlang durch den riesigen Park, in welchem nebst Elefanten auch Leoparde und Bären zu Hause waren. All die anderen Tiere wie Krokodile, Wildschweine, Wasserbüffel, Pfaue, zahlreiche Vögel, Hasen, etc etc seien ebenfalls erwähnt und waren nicht weniger eindrücklich. Zumal uns das Glück nicht gegönnt war Leoparde und Bären zu beobachten. Da wurden die kleineren Vier- und Zwei-Beiner umso wichtiger 😀. Eindrücklich und faszinierend war es allemal. Mich begeisterte zudem das Licht – sowohl am Abend wie auch am Morgen – ungemein. Es hat zu jeder Tageszeit etwas Magisches.
Doch auch hier hiess es dann schon bald alle 7 Sachen wieder zu packen und den Weg zu unseren letzten Station in Beruwala anzugehen. Die rund 6,5 Stunden Fahrt verbrachten wir nicht nur im Auto, sondern besuchten das Südküsten-Städtchen Galle. Unsere Aufmerksamkeit bekam vorallem das holländische Fort, welches seit 1649 in deren Besitz ist. Ursprünglich hatten es 1588 die Portugiesen erbaut. Heute ist hinter den dicken Schutzmauern, welche übrigens beim Tsunami 2004 ohne Schaden trotzten, eine Stadt entstanden, die Kirchen, Shops, Schulen – sprich alles für einen normalen Alltag notwendige – bietet. Ein historischer Platz, der seinen Charme durchaus ausstrahlen mag.
Tja und dann kamen wir im Hotel direkt an der Beach an. Wir waren nach all den traditionellen Unterkünften und Erlebnissen nicht eingestellt auf diese Ballermann-Oase. Doch dadurch, dass es sich um ein grosses Hotelareal handelt, konnten wir dem Trubel weitestgehend ausweichen und somit die erhoffte Ruhe und Erholung einer wahnsinnig vielseitigen, farbenfrohen, traditionellen und geschichtsträchtigen Reise geniessen. Danke „ehrenwerte Insel“ für diese nachhaltige, eindrückliche Erfahrung. 😍
Ich muss gestehen, es war nicht „Liebe auf den ersten Blick“, doch definitiv auf den zweiten.
Natürlich half es nicht, dass mir nur knapp 2 Stunden nach der Ankunft in der portugiesischen Hauptstadt meine Sehbrille von einem Langfinger entwendet wurde. Doch war ich am Anfang auch etwas irritiert über die vielen „Kopien“ von Wahrzeichen anderer Städte, wie z.B.
Die rote Brücke von San Fransisco
Cristo Rio von Rio de Janeiro
Tuk Tuk aus den asiatischen Ländern
7 Hügel wie in Rom
Doch je mehr ich über die Stadt las, desto mehr verstand ich die Zusammenhänge und ja, musste zugeben, dass viele der Geschichten sehr schön und fast schon herzerwärmend waren. Und auf einmal war ich so in der Stadt drin, dass all die Plätze, die wir ausserhalb des Zentrums besuchten, mir fast schon zu ruhig und zu wenig lebendig vorkamen.
Wusstest du übrigens, dass Lissabon älter ist als Rom? Zwar fiel Lissabon ca. 1755 dem schlimmsten und heftigsten Erdbeben der Menschengeschichte (9,0) zum Opfer. Die Stadt wurde nach dem Beben von einer Tsunamiwelle von über 15 Meter Höhe und einem Grossfeuer überrollt, so dass es komplett neu aufgebaut werden musste. Diese Aufbauarbeiten wurden genutzt, um die Gebäude Erdbeben sicherer zu bauen, da aufgrund der Nähe zu der Kontinentalplatte Erdbeben nicht selten auftreten. Gleichwohl behielten sie den Baustil mit den osmanisch geprägten Kacheln bei, was auch heute die Stadt ausmacht. Ergänzend oder eher optional werden die Fassaden farbenfrohen gestrichen, was eine unglaubliche Wärme oder auch Lebensfreude ausstrahlt.
By the way, dass Lissabon von Erdbeben erfasst werden kann, haben wir selber erlebt. In der Nacht vom 26. August 2024 bebte die Erde mit einer 5,4. Es war so stark, dass ich nicht nur erwachte, sondern im Bett so stark durchgeschüttelt wurde, dass ich dachte ich falle aus dem Bett. Doch die angepasste Bauweise bestätigte sich nicht nur dadurch, dass ich im Bett blieb, sondern auch, dass sich am Morgen keine offensichtlichen Schäden zeigten.
Unser Hotel FLH Memoria lag in Mitten der Altstadt und am Fusse des Castello de São Jorge. Diese Burg stammt aus dem Jahre 1’100 nach Christi. Ein wunderschöner Ort mit guter Energie. Wir besuchten diesen Platz fast täglich, auch wenn wir nur beim Sonnenuntergang Eintritt bezahlten und uns in der goldenen Stunde nicht sattsehen konnten.
Denn auch die Strassen rund um diese Burg waren es wert entdeckt zu werden.
Wo auch immer in der Altstadt man sich bewegt, kreuzen die alten Wahrzeichen-Tram den Weg. Nostalgie pur. Dass diese von unzähligen Tuk Tuks begleitet, überholt und ja auch ab und an ausgebremst werden, gehört wohl zum Strassenalltag in dieser Stadt dazu. Neuerdings sind viele dieser Tuk Tuks auf retro nachgebaut. Besonders oft und auffällig sieht man den Ford Modell T mit e-Motor, was den antiken Touch unterstreicht.
Am Freitag brachte uns ein Restaurant Tip mit der Fähre nach Almada. In nur 7 Minuten quert man den Fluss. In Almada ist aber nicht nur das gute Fischrestaurant Atira te ao rio, sondern auch die Statue Cristo Rio, einer der drei wichtigsten Wahlfahrtsorte auf der iberischen Halbinsel, ein Besuch Wert. Ansonsten konnte uns Almada wenig überzeugen. Eine Geduldprobe war es für die Liftfahrt auf die 85 Meter über dem Boden liegende Plattdorm, am Fusse von Cristos. Gerade mal 15 Personen passten in den einzigen Lift und damit oben auf der Plattform nicht zu viele Menschen waren, war nur jede 3 Fahrt nach oben mit Personen besetzt. Aber ja, oben angekommen, war es atemberaubend mit der Sicht weit über Lissabon hinaus.
Wenn immer wir von unseren Ausflügen zurückkamen, erkundeten wir die 7 Hügel. Jeder Hügel wird von einem Heiligen beschützt. Zwischen den Hügeln gibt es Platz für Begegnungszonen in Form von Restaurants, Park’s, öffentlichen Plätzen, Shops, etc etc. Viele dieser Plätze wurden von Strassenmusikern genutzt, ihr Können zu präsentieren. Gleichzeitig versprühen diese musikalischen Beiträge das Gefühl von Ferien, Leichtigkeit und Lebensfreude.
Obwohl wir nicht ganz alle 7 Hügel von A – Z erkundet haben, haben wir uns in 2 Stadtteilen besonders wohl gefühlt: Chiado und Carmo. Diese Gebiete war nicht so sehr von den Touristen überlaufen, gleichzeitig schienen die Gebäude sehr gepflegt und die Restaurants waren geprägt vom portugiesischen Flair. Wir schlenderten besonders gerne durch die Gassen und liessen uns inspirieren.
Kulinarisch haben uns folgende Lokale besonders überrascht und überzeugt:
Atira te ao rio, Almada
Cafe Paleio, rua Madaleia
Ribadouro, bekannt für Meeresfrüchte
Tapas n’Friends
Barroso do Avillez: Lage, Qualität, Service, Auswahl top.
Die zahlreichen Wandmalereien in jedem Stadtteil sind Zeichen der kreativen Bevölkerung. Und wie es so schön hiess auf einem Schild: gemalt mit viel Wein und ebenso viel Kaffee😀.
Je länger wir dort waren, desto mehr nahm mich diese Stadt für sich ein. Ein wunderschöner Kurzurlaub in einer Stadt, wo Geschichte, Kultur und Tradition kombiniert mit neuzeitlichen Entwicklungen im Einklang sind.
Nach einer längeren Pause ging es dieses Jahr wieder in den traditionellen Freundinnenurlaub. Und wie bei uns üblich, war auch dieses Jahr eine griechische Insel das auserwählte Reiseziel. Aufgrund eines Tipps buchten wir im Vathi Cove Luxury Resort & Spa auf Thassos.
Thassos ist eine kleine Insel im Norden, Nähe des Festlandes, und gilt noch als Geheimtipp. Für mich ist das Erklärung genug, dass keine direkten Charterflüge ab der Schweiz angeboten werden. So buchten wir gemeinsam ab Innsbruck.
Doch um diese Jahreszeit scheint die Insel noch nicht so gefragt zu sein, was zu einer Flugannullation führte. Wollten wir an dieser Destination festhalten, mussten wir München als Ausgangsort akzeptieren. Meine Neugier war definitiv geweckt. Was ist an dieser Insel so speziell, dass man die komplizierte und zeitaufwendige Anreise doch in Kauf nimmt?
Wir trafen uns in Innsbruck, stimmten uns dort bereits auf den anstehenden Urlaub ein und liessen uns dann um 01.30 Uhr im Kleinbus nach München chauffieren. Der Flug ging pünktlich und der Transfer in Kavala zum Fährenhafen verlief prompt. Die rund 1stündige Überfahrt genossen wir in vollen Zügen, was uns aufgrund des langsamen Tempos gut ermöglicht wurde. In Limenas angekommen, wartete der Fahrer auf uns und fuhr uns zum Hotel. Schon nach wenigen Minuten reduzierte er das Tempo stark und schüttelte uns über eine staubige, weisspulvrige Strasse Richtung Hotel. Leicht irritiert aber nicht weniger neugierig versuchten wir durch die Staubwolke etwas zu erkennen. Bald schon fiel uns das Schild „Marble Beach“ auf. Bei den geringen Vorab-Recherchen über diese Insel habe ich gelesen, dass dies der schönste Strand der Insel ist. Gut zu wissen, dass der so Nahe ist 😀. Kurz danach kam der Vathi Port, welcher ebenfalls sehr hübsch aussah. Unser Fahrer meinte dann aber, dass das nichts sei im Vergleich zu unserem Hotelstrand. 🥰 Langsam kam Euphorie auf! Und wir wurden mehr als belohnt!
Zuerst gönnten wir uns unglaublich geruhsame, lesestarke und schwimmfreudige Tage am Meer. Dieses Verwöhnprogramm wurde mit einer excellente Küche abgerundet.
Dann entfachte sich unser Entdeckungsgeist und wir erkundeten die Insel. Wir suchten die viel beschriebenen Beaches auf. Die da sind: Golden Beach, Paradies Beach, Marble Beach, Aliki Beach:
Die vorgänig beschriebene, wunderschöne Vathi Beach beim Vathi Port war die letzten Tage von einem spannenden Gast geprägt: ein grosses Frachtschiff legte dort an, weil es mit dem Inselgut „weisser Marmor“ befüllt wurde. Für unser Empfinden eine spezielle Strandsituation 🙄.
Und ja, dieser weisse Marmor war schon in der Antike bestens bekannt und bei allen beliebt. Auch die Römer waren schon Liebhaber dieses rein weissen Marmors und nutzten diesen für Tempelfassaden und Säulen. Genau dieser Marmor wird auf der Insel abgebaut und gibt ihr gleichzeitig diese unglaublich schönen und edel wirkenden Strände. Und natürlich hebt die weisse Farbe das tiefblaue des griechischen Meers noch intensiver hervor.
Dieses herrliche Fleckchen Erde hat es uns angetan. Wir konnten uns nicht satt sehen an den Farben des Meeres, umrundet vom Grün des bis ins Meer reichenden Waldes, dem weissen Sandstrand und dem wärmenden Gelb am blauen Himmel. Dieses paradiesische Bild wurde durch das vielfältige Vogelgezwitscher, dem Kreischen der Möwen, dem Blöcken der wilden Ziegen und den springenden Fischschwärmen abgerundet.
Lange musste ich Geduld aufbringen, bis endlich die lang ersehnten Ferien starteten. Umso schöner war es, dass fast punktgenau der Sommer Einzug hielt und wir mit den besten Wetterprognosen das Ferienziel „Riotorto“ anpeilten. Die Autos beladen mit den nötigen Bike- sowie Badeutensilien, die man für einen genussvollen als auch aktiven Urlaub so braucht, ging es frühmorgens ab Richtung Bellinzona, wo wir auf meine Schwester und meinen Schwager trafen. Zu viert ging es weiter über die leeren Autobahnen. In Lucca gönnten wir uns eine Mittagspause. Ein kleines, aber sehr schönes Städtchen. Speziell ist hier sicher die grosse Stadtmauer, die die Altstadt umgibt. Sie lädt ein zum Spazieren, Velo fahren, Joggen, Hund spazieren führen…. jeder der/die sich bewegen will, nutzt den Schutzwall dafür.
Am eigentlichen Ferienziel Riotorto angekommen, bezogen wir das zweistöckige Appartement im Country Resort Salvapiano. Im nahe gelegenen Conard haben wir alle nötigen Sachen eingekauft und eingeräumt – es ist fast schon wie zu Hause und doch anders – die vielen italienischen Köstlichkeiten sind Zeichen dafür 😀.
Am nächsten Morgen nehmen wir die erste Velotour in Angriff. Ziel ist heute San Vincenzo, wo wir Freunde abholen, die von Walenstadt via Südtirol bis nach Riotorto gefahren sind. Dankbar für die unfallfrei Reise der beiden und einfach weil man sich wiedersieht, gönnen wir uns einen Apero im Hafen. Auf der Hin- wie Rückreise werde ich begeistert von wunderschönen, typischen Landschaftsbildern. Natürlich wurde die offizielle Ankunft der beiden Fahrrad-Touristen gebührend gefeiert.
Zurück im Appartement nisten sich die Neuankömmlinge ein, so dass wir anschliessend den Abend rundum geniessen können. Der Genussfaktor wird unterstützt von einheimischem Wein (vom Weingut des Inhabers des Country Resort Salvapiano) und Selbstgekochtem von Zuhause.
Am nächsten Morgen geht es früh los, denn diese Tagestour soll etwas länger werden als die Aufwärmtour vom Vortag. Vom Appartement geht es zahlreichen Plantagefeldern entlang Richtung San Lorenzo. Tomaten-, Melonen-, Artischocken-, Avocado-, Oliven-, Weizen-, Sonnenblumen-, Mohnblumen- und Trauben-Plantagen begeisterten uns kilometerweit. Die hügelige Fahrt durchs Hinterland führt uns schlussendlich nach Follonica ans Meer. Ein Erfrischungsstopp darf schon sein, bevor es zurück nach Riotorto geht – erneut entlang an Vielerlei von Plantagen.
Abends forderten wir uns beim Kochen und gestalteten Workshops mit lokalen Spezialitäten. Einmal gab es Muscheln an einer Weissweinsauce und Spaghetti. Am zweiten Abend versuchten wir es mit einem Pulpo. Dank Google fanden wir ein Rezept, welches uns machbar schien. Und siehe da – den Pulpo haben wir weich gekriegt und in der Bratpfanne perfekt knusprig gebraten. Als Vorspeise verarbeiteten wir die restliche Muschelsuppe. Stolz genossen wir unser leckeres Abendessen.
Die nächste Tour führte uns von Riotorto nach Suvereto, weiter nach Campiglia Marittima und wieder zurück nach Riotorto. Kein Hinderniss konnte uns stoppen, auch nicht ein Flussbeet, welches seit Jahren mal wieder viel Wasser führte. Einzig ein paar Schuhe mussten als Preis für die Flussüberquerung hergegeben werden 😀. Aber auch das wurde galant überbrückt und hinderte uns keinesfalls auf der Tour. Die beiden am Hang gelegenen Dörfer bieten nicht nur eine geniale Aussicht über die Felder und Richtung Meer, sondern die historischen Bauten sind Zeitzeugen einer lebendigen Vergangenheit. Auch hier darf ein Kaffeestopp nicht fehlen und das Treiben der Einheimischen bietet uns Einblick in die lokalen Alltagsroutinen.
Bevor wie die nächste Tour in Angriff genommen werden konnte, galt es die ausrangierten Bikeschuhe zu ersetzen. Daher gingen wir erst kurz vor Mittag los, was temperaturmässig eine kleinere Herausforderung darstellte. So nutzten wir die Meeresbrise auf dem Weg nach Follonica und gönnten uns im Ristorante Pagni, direkt am Meer, erneut einen kleinen Aperohalt. Zurück zu Hause übten sich die Hitzeresistenten im Beachtennis. Voller Körpereinsatz wurde geboten. Während dessen sorgten die anderen in der Küche fürs leibliche Wohl.
Da Charlotte und Pitsch am Donnerstagabend den Nachhauseweg in Angriff nahmen, gönnten wir uns einen erholsamen Ruhetag am Meer. Das Plätschern des Meeres und die silbern schimmernden Wellen verzückten uns alle gleichermassen und das Ferienfeeling war komplett.
Am Freitag wagten wir uns an die Königsetappe der ersten Woche heran. Bolgheri soll mit einem Besuch beehrt werden. Bei Suvereto stiegen wir in die Bergetappe ein bis nach Sassetta. Ein äusserst angenehmer Pass, zum einen wegen der zwar stetigen aber optimalen Neigung und zum andern säumen dichte Bäume die Straße, so dass die aufkommende Hitze ganz angenehm empfunden wird. Die kurve Abfahrt führt uns bereits an zahlreichen, imposanten Weingüter vorbei und lassen erahnen, was uns im Herzen von Bolgheri erwarten wird. Ja und dann kam sie – die legendäre und weltweit bekannte Allee nach Bolgheri. Natürlich mussten wir das bildlich festhalten 😀. Bolgheri selber ist ein kleines Dörfchen, welches hinter dem grossen Eingangstor und -turm angesiedelt ist. Die Berühmtheit dieser Region spiegelt sich in den Getränkepreisen wider. Da kann nicht mal die Schweiz mithalten….
Von Bolgheri ging es weiter nach Castagneto Carducci. Ein Dorf hoch am Hügel gebaut und der Aufstieg dahin forderte uns unerwartet, im Vergleich zum Pass am Vormittag. Doch es war die Anstrengung wert! Ein stärkendes Mittagessen versorgte uns mit der nötigen Energie für die Rückfahrt via San Lorenzo nach Riotorto. Sehr zufrieden und happy legten wir uns nach der eindrücklichen und vielseitigen Tour an den Pool.
Abends wurden wir ausgeführt ins Castello Bonaria. Leicht erhöht oberhalb von Venturina steht das stolze Hotel/Restaurant, das wie ein kleines Schloss aussieht. Die atemberaubende Aussicht lenkt ab von den Köstlichkeiten, die auf dem Tisch stehen. Alles in allem geht ein Tag zu Ende, der uns rundum als Könige fühlen lässt.
Die Temperaturen legen täglich noch einen drauf. Trotzdem wollten wir uns das Biken nicht nehmen lassen. Ergänzend dazu hatte uns die Fahrt nach Sassetta so gut gefallen, dass wir uns diese Tour nochmals gönnten und uns dort die Zeit nahmen, das Dorf zu erkunden. Ein Bijou verbirgt sich hinter den steinigen Dorfmauern. Die Fahrt hoch, wie auch runter und zurück nach Riotorto genossen wir in vollen Zügen und nutzten jede Chance für Kommunikation mit Einheimischen 😉
Am Montag ging es ans Meer, wo nebst Schnorcheln, schwimmen und sonnenbaden auch Beachschlafen auf dem Programm stand. Ja, auch so lässt es sich in den Ferien den Tag verbringen. 😀 Am Abend zeigte sich dann zum 1. Mal seit unserer Ankunft ein wunderschöner Sonnenuntergang….fast schon wie zu Hause 😉.
Und dann kam bereits die Königsetappe der 2. Woche! Also eigentlich war es eine kleinere Tour als nach Bolgheri mit ähnlich vielen Höhenmetern. Da es sehr heiss zu werden schien, fuhren wir bereits um 7.30 Uhr los. Massa Marittima war das erklärte Ziel. Überland führte uns Stefi, der Tourguide, via Suveretto Richtung Tagesziel. Gemütliche Strässchen fast ohne Verkehr befuhren wir und erfreuten uns einmal mehr an den tollen als auch typischen Landschaftsbildern der Toscana. Nach ca. 20 Kilometern erhob sich die erste steile Rampe vor uns. Diese sollte nur der Vorbote weiterer Aufstiege sein, die es zu überwunden galt. Die hügelige Fahrt forderte uns, gleichzeitig waren wir verzückt von den wunderschönen Bildern. In Massa Marittima angekommen, war eine Abkühlung unausweichlich. Diese Station war ebenfalls sehr eindrücklich, vor allem durch die enorme und sehr prägende Kathedrale inmitten des bescheidenen Dorfes. Auf dem Rückweg forderte uns ein heisser Gegenwind, der unsere Körper erneut zum Glühen brachte. Zurück in Riotorto gönnten wir uns glücklich und zufrieden ein kühles Bier und stärkten uns bei feinen italienischen Spezialitäten.
Siena definierten wir bereits beim Ferienstart als die Destination, die wir mit dem Auto anfahren und erkunden wollten. Gesagt, getan. Die geschichtsträchtige Stadt lockt zig 1000 Touristen pro Tag an. Nur schon das Auto an einem erlaubten Platz zu parken, stellte die erste Herausforderung dar. Die auf 2 Hügeln erbaute Stadt wird von einem imposanten Dom als auch einer Basilisk gezeichnet. Die an- und ineinander gebauten Häuser vermitteln eine Einheit als auch geschichtlich faszinierende Harmonie, so dass man ehrfürchtig all die Eindrücken auf sich wirken lässt.
Und schon steht die Abschlusstour an. Eine kurze Tagestour mit einem Kaffeehalt war die Erwartung und genau das wurde erfüllt. Einmal mehr zielten wir Campillia Marittima an, aber über neue Wege und so kam auch auf der letzten Tour keine Routine auf. Genuss pur verbunden mit etwas Wehmut begleitete uns auf den rund 30 Kilometern. Dieses Gefühl wurde noch bestärkt, als wir unsere Utensilien das letzte Mal am Strand aufstellen. Doch es waren alles in Allem so erholsame, aktive, gemütliche, genussvolle und freundschaftliche Ferien, dass Dankbarkeit, Glück und Zufriedenheit uns rundum erfüllen. Ciao Italy und vis zum nächsten Mal.
Meine Sehnsucht nach Meer, Sonne und Abstand nach dem Alltag brachten mich nach Nizza. Die Erwartungen an diesen Aufenthalt waren gross, zumal ich diese Destination von früheren Stepvisiten kannte, jedoch noch nie so richtig in die 5. grösste Stadt Frankreichs abtauchte. Ich stellte es mir aber unglaublich friedlich und genussreich vor. So war die Lage der Ferienwohnung in Mitten der vieille ville eine optimal. Da die Wohnung an der rue de marche lag, war uns die „Markt“-Athmosphäre garantiert. Der Wohnungseingang lag zwischen kleinen Geschäften, die typische Erinnerungsstücke verkauften.
Unabhängig davon waren wir in wenigen Minuten an allen wichtigen Knotenpunkten:
3 Minuten zum Meer
3 Minuten zum Place Massena
5 Minuten zum Place de Garibaldi
< 2 Minuten zu diversen Restaurants, Bistro’s und Lebensmittelgeschäften
Nachdem „Ankommen“ und Eingewöhnen vom Freitag wollten wir am kommenden Tag unbedingt zum Meer. Diese Idee hatten wir wohl nicht alleine…. trotzdem, dass es noch Vorsaison ist, war der Quai voller Menschen. Für uns Grund genug, den Hügel oberhalb der Altstadt zu erklimmen, da uns das einen Überblick zu geben schien als auch eine perfekte Fernsicht aufs grosse weite Meer. Es stellte sich als einen gemütlichen Ort im Grünen heraus und weitweg von den riesigen Menschenmengen.
Auf dem Weg zum gemütlichen Abendessen passierten wir den Place de Garibaldi, welcher uns irgendwie einnahm. Immer wieder fanden wir in den kommenden Tagen dahin zurück. Zum Café trinken, Mittagessen oder einfach um da zu sitzen und die Stimmung aufzusaugen.
Auch der Place Massena zog uns in seinen Bann. Sicher verhalf die Nähe zu unserer Wohnung dazu, dass wir hier öfters einen Besuch abstatteten. Aber auch ohne diesen Lage-Vorteil waren wir fasziniert von der dortigen Athmosphäre. Stundenlang konnte man dem unterschiedlichen Treiben auf dem Platz zusehen und die schönen Gebäude bestaunen.
Am zweiten Tag wollten wir noch höher hinaus, als am ersten. So peilten wir den Mount Alban an und waren von der genialen Aussicht überwältigt! Nicht nur Nizza konnte von dort in der Vogelperspektive begutachtet werden, sondern auch Villefranche sur Mer. Jene Perspektive hat uns so gut gefallen, dass wir den Wald- und Vitaparcour- Weg nach Villefranche runter wählten und uns dort bei einem leckeren Salade Nicoise und gutem lokalen Wein belohnten.
Und dann ist da natürlich noch der Strand/die Promenade 😍 unendlich lange scheint sie zu sein und endet beim Flughafen….augenscheinlich, aber das ist noch lange nicht das Ende… geht man von Nizza Richtung Villefranche und oder steht auf einem der Hügel, die die Stadt umgeben, dann sieht man eine unendlich lange Küste. Nebst einladenden Küsten-Bistros säumen auch die verschiedensten Kunstformationen den Quai. Aber auch Stühle und Sitzbänke laden ein zu verweilen und die Aussicht zu geniessen.
Die Tage verflogen viel zu schnell und schon galt es wieder den Rückflug anzutreten. Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Eine tolle Destination, die es einem ermöglicht, dem kalten Frühling zu entfliehen und einen herrlichen Frühsommer zu geniessen. A bientôt Nice!
Eine konstante Nebeldecke auswechseln gegen sonnige Herbsttage – wer wünscht sich das nicht während den eher tristen Vorweihnachtstagen? Wir wollten dies nicht mehr nur wünschen, sondern aktiv umsetzen und entflohen so rund 10 Tage nach Malaga.
Wir wurden begleitet von Freunden und durften so davon profitieren, dass sie Malaga in den letzten Jahren bereits gut kennenlernten. Dadurch fiel unter anderem die Wahl des Standortes der Ferienwohnung gezielt auf die Altstadt. Der perfekte Ort um im Stadtleben abzutauchen – bei Tag wie auch bei Nacht.
Natürlich profitierten wir nicht nur von einer guten Ausgangslage, sondern auch Tipps zu Ausflügen, zu den besten Tapas-Lokalen, zum schnellsten Weg zum Meer, etc etc. Sprich, von der ersten Minute an konnten wir geniessen und gezielt entdecken als auch abtauchen im spanischen Dasein.
Aussicht vom Balkon der Ferienwohnung Stephan im Austausch mit EinheimischenNeues HafenarealCentre PompidouKathedrale by nightStrassenbeleuchtung à la Malaga
Als Weihnachts- und Adventsjunky war ich fasziniert von der vielseitigen, kreativen Weihnachtsbeleuchtung Malagas. Jede Gasse war anders dekoriert und so kam meine Kamera zum Dauereinsatz 😊
Während der Adventszeit wird abends drei Mal die Kathedrale für eine Lichtshow verzaubert. Die eindrücklich auf die baulichen Gegebenheiten angepasste Weihnachtsstory wird von passender Musik umrahmt. 10 Minuten hört man zahlreiche Oh’s, Ah’s und weitere Laute des Verzücktseins. Kaum sind die letzten Laute verklungen, zerstreut sich die Menschenmenge mit einem glückseeligen Blick im Gesicht.
Am Montag machten wir mit dem Bus einen Ausflug nach Nerja. Ein Dorf, welches bekannt ist für einen spektakulären „englischen Balkon“, von wo man auf die Brandung Nerja’s schauen kann. Was für ein Kraftort, wo verschiedene Sinne angesprochen werden. Allen voran pfeifft ein heftiger Wind aufs Land und man muss mit aller Kraft dagegen halten, um nicht unkontrolliert vorwärts geschoben zu werden. Aber auch der Geschmak des Meeres füllt die Atemgänge. Und dann die Weitsicht, welche die Augen tanzen lassen – einfach eine wahnsinnige Bereicherung. Im Restaurant Olive stärken wir weitere Sinne ansprechend 😍 – wahrlich eine weitere Sinnesinspiration. Alles in allem ein vermeintlich unspektakulärer Ausflug mit überraschendem, nachhaltigem Eindruck.
Rindstartar mit Vitello Tonato ToppingPulpo mit Süsskartoffelmousse Nougatmousse mit Joghurt-Glace und Mandelsoufle
Wenn wir unter der Woche nicht arbeiteten, zog es uns zum Meer. Lange Spaziergänge, welche wir auch nutzten um gemeinsam mit den Wolken- Schatten- und Spiegelbildern zu spielen und diese festzuhalten:
Der Freitag war wettertechnisch zum Vergessen. Den ganzen Tag regnete es wie aus Kübeln, was uns einen Spieltag beim Kartenspiel „Molotow“ bescherte. Gegen Abend zog es uns dann doch noch raus und wir wohnten einer Flamenco Show bei. Wouw – was für Energie, Stärke und Bestimmtheit von den Sängern, dem Gitarristen und vor allem von den beiden Tanzenden ausging. Wir waren begeistert und unser Applaus wurde von Jubelrufen unterstrichen.
Im Anschluss an die Show genossen wir im d’Platos ein weiteres Mal super leckere Tapas und schauten parallel dazu das WM Viertelfinale Argentinien gegen Holland. Die Kellner, teilweise selber aus Argentinien stammend, boten uns auch am 3. Abend bei ihnen einen genialen Service. Für uns definitiv ein Platz zum Wohlfühlen.
Am Samstag schien die Sonne 🌞 aus dem vollen – man hätte nicht erahnen können, dass es am Tag davor grau in grau und ungemütlich nass war. Für uns ein optimaler Zeitpunkt um mit dem Bus nach Marbella zu fahren und jene Altstadt und vor allem auch den Strand zu erkunden. Ein herrliches Altstädtchen begrüsste uns und wir zogen mit hocherhobener Kamera durch die Gassen. Anschliessend relaxten wir am Strand und tanken Sonne im grossen Masse. So sind wir für die eisigen Tage zurück zu Hause gewappnet.
Wunderschöne Tage neigen sich viel zu schnell dem Ende zu. Wir können jedoch mit Überzeugung sagen, dass wir es genossen und vor allem auch vielseitig verbracht haben. Ein schönes Fleckchen Erde – wir kommen sicher bald wieder!
Ab in den Norden – so hiess es am Freitag Morgen. Konkret nach Schweden – ein Land, welches ich schon lange im Visier hatte, und nun endlich einen Teil dieses weitläufigen Landes bereise. Die Vorfreude ist riesig und so klebe ich ganz gespannt am Fenster, denn keine Minute wollte ich auf dieser Reise verpassen. Beim Anflug wird schnell erkennbar, dass viel Seen, Flüsse und Meerausläufer das Land zeichnen.
In Stockholm gelandet spazieren wir über 3 Inseln bis wir in unser Hotel auf Gamla Stan einchecken. Und da wurden wir auch gleich informiert, dass bis und mit Montag Mid Summer Festival ist und daher so ziemlich alles geschlossen bleibt. Spannend…heisst denn das auch, dass wir Zeuge von Aktivitäten werden, die sonst nicht angeboten werden? Leider nein. In Schweden trifft man sich offensichtlich auf dem Land und feiert im Kreise der Familie. Das ist auch der Grund, wieso die Stadt wie ausgestorben wirkt. Lediglich Touristen schlendern durch die Strassen von Stockholm und die wenigen Lokale, die geöffnet haben, freuen sich über gute Geschäfte.
Doch diese neue Situation bringt uns nicht aus der Ruhe. Nach dem Check In erkunden wir die Stadt und verweilen mal hier und dort. Dank des herrlichen Wetters präsentiert sich die Stadt in bester Manier. Unsere Stadttour kommt fast einem Inselhopping gleich, denn Stockholm ist auf 14 Inseln erbaut. Daher überqueren wir eine Brücke hier oder lassen uns mit dem Boot von hier nach dort bringen. Und wenns schnell gehen muss, dann nutzen wir einen der zahlreichen E-Scooter und düsen auf die entsprechende Insel.
Und dann sind da noch die herrlichen Sonnenuntergänge. Ja, klar – wie normal im Sommer – finden diese zu später Stunde statt. Somit kann man vorher in aller Ruhe Abendessen gehen, um dann gegen 21.45 Uhr mit dem Fotoapparat bewaffnet die Tagesabschlussstimmung einfangen. Ist die Sonne erstmal untergegangen, kann man ruhigen Schrittes zurück nach Gamla Stan, denn so richtig dunkel wird es in dieser Jahreszeit bekanntlich nicht.
Am Samstag entschieden wir uns für eine Bootstour nach Sandhamn. Auf dieser total 8 stündigen Tour passieren wir zahlreiche Inseln, die zu den Schäreninseln gehören. Mit dabei war unter anderem auch die Insel Södermalm, welches die größte der 14 Stockholmer Insel ist. Dort leben über 124’000 Einwohner, weshalb sie auch zahlreiche Shops, Restaurants und Bars beherbergt. Auf dieser Insel befindet sich auch der höchste Punkt von Stockholm mit 53 M.ü.M.
Auch Bullandö gehörte zu den Inseln, an welchen wir vorbeifuhren. Aus der Ferne sah es aus wie ein Meer von überdimensionalen Zahnstochern. Kein Wunder, denn in diesem Hafen sind zwischen 1’400 und 1’500 Segelboote, -jachten zu Hause. Somit ist dies auch offiziell der grösste Segelboot-Hafen des Nordens.
Generell war uns der Blick auf zahlreiche Sommerhäuser gegönnt – typische Schwedenhäuser in idyllischen, abgeschiedenen Gärten – mal abgeschirmt von der Welt – mal eingebettet in ein kleines Dorf. Egal wie und wo – sie luden ein um zu verweilen. Und gleichzeitig wurde auch die Aussage bestätigt, dass die Mid Summer Aktivitäten auf dem Land gefeiert werden. In vielen dieser Gärten wurde der Sommer bejubelt, Zeit gemeinsam verbracht und die Familie genossen.
Am Montag machten wir uns mit dem Auto auf, einige Destinationen von Süd-Schweden zu erkunden. Unterwegs wurden wir begeistert von einer unendlichen Weite, riesigen Kornfeldern, Wasser- und Waldlandschaften und immer wieder den Farbtupfern in Form von den roten Schwedenhöfen. Und ja, unser Weg kreuzte ein Elch – was für eine Aufregung, denn diese menschenscheuen Tiere zeigen sich nur ganz selten.
Die erste Etappe unserer Rundreise war Eskilstuna. Ein kleines Städtchen mit historischem Hintergrund. Eines der alten Fabrikhebäude ist Zeichen dafür, dass Frauen am Ortsfluss eine Wäscherei aufzogen. Damals noch im Fluss und natürlich mühsam von Hand. Heute wird dort unterrichtet, gewerkelt und durch die Uni-Nähe am Flussufer gelesen, gelernt und auch einfach der Kopf gelüftet. Natürlich war da auch die Schiff- und Maschinenbau Industrie wesentlich, da diese Stadt in der Schiffahrt- als auch Eisenbahnindustrie ein zentraler Knotenpunkt darstellte.
Weiter ging es dann nach Örebro. Diese Stadt zählt gut 155’000 Einwohnende. Die Stadt fällt nicht nur auf durch das gepflegte Erscheinungsbild, sondern auch durch die zahlreichen Kunstwerke, die sich in den Parks, im Wasser oder in der Fussgängerzone zeigen. Ebenfalls bekannt ist das Freilichtmuseum Wadköping, welches sich angrenzend zum Stadtpark befindet. Die alten Häuser wurden teilweise wahrheitsgetreu nachgebaut und stellen ein kleines Dorf mit allem was es zum Leben braucht, dar.
Der dritte Tag unserer Rundreise führt uns nach Katrinenholm – genauer zum Hotel Dufweholms Herrgård. Dieses Kleinod ist einfach traumhaft. In Mitten einer friedlichen Seelandschaft verweilen wir beim Spazieren, Ruderboot fahren oder Lesen im Hotelpark. Man will fast nicht mehr aus dieser Märchenwelt raus. Natürlich tut das grosszügige Zimmer, welches ganz im historischen Stil gehalten wird, seines dazu, dass das Ferienerlebnis schier unübertrefflich scheint.
Doch auch hier heisst es am nächsten Morgen Abschied nehmen. Wir fahren zurück nach Stockholm, wo wir die verbleibende 2 Tage verweilen werden. Dieses Mal logieren wir im Hotel Stallmästregården, im Stadtteil Nurrtull, direkt am See, unmittelbar neben dem grossen Stadtpark Hagaparken. Ein absolutes Juwel unweit des Zentrums und doch besticht es durch seine Ruhe und entschleunigende Naturnähe. Dass die Küche zahlreiche Auszeichnungen vorweisen kann, hilft das Wohlfühlerlebnis zu intensivieren.
Schweden hat mich sehr begeistert und ich bin sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch hier war. Was mir jedoch auffiel, ist, dass die Schweden nicht so offen und kommunikativ sind, wie ich das allgemeinen angenommen hatte. Sie wirkten eher zurückhaltend und wortkarg, sobald sie realisierten, dass sie nicht Ihresgleichen via-à-vis haben. Aber auch davon liessen wir uns nicht beirren, sondern übersetzten die Speisekarten mittels Online-Übersetzungshilfen oder mit der nötigen Kreativität. Und im schlimmsten Fall siegte gar unsere Entdeckungsfreude. 😎
Lange ist es her, seit ich einen 2wöchigen Urlaub planen konnte….Pandemie sei Dank 😖 Doch umso schöner war es, als der Tag der Abreise endlich da war. Nur….so unkompliziert wie früher (vor der Pandemie) ist so eine Reisevorbereitung nicht mehr…. trotz Impfung braucht es einen PCR Test, ausführliche Formulare sind just in time auzufüllen….man bedenke die Flugzeit als auch Zeitverschiebung… jaja, da ist das Koffer packen, Zugverbindung raussuchen und online einchecken ein Klags dagegen.
Doch – als wir dann Richtung Flughafen reisten, fing für mich das Ferienerlebnis an. Es fühlte sich an, wie früher zu Weihnachten… ich sog das Ambiente, die Stimmung, die Euphorie förmlich in mir auf….und war ganz chribbelig über das, was uns am Reiseziel erwarten wird.
Und dann hiess es „ready to take off“ und der Flug verlief wie gewohnt ruhig. In Male angekommen schlug uns das tropische Klima entgegen…..so schön 😅 Gemächlich machten wir uns auf zum Bereich, wo die Wasserflugzeuge abheben…wouw – was für eine freudig gespannte Atmosphäre – ob Gross oder Klein, alle strömten nach draussen, um das Geschehen mit allen Sinnen aufzunehmen. Als wir aufgerufen wurden Platz zu nehmen, waren die Fensterplätze sofort belegt und die Kameras auf „on“ gestellt. So natürlich auch meine 😉
Ist es nicht faszinierend….all die Inseln und diese umspielt von den unterschiedlichsten Blautönen? Zu schnell landeten wir beim benachbarten Resort, von wo aus es mit dem Schnellboot zu unserem Reiseziel „Kandolhu“ ging. Dort wurden wir von der Crew sehr herzlich willkommen geheissen und nach einem erfrischenden Willkommensdrink von Linda zu unseren Ocean Pool Villa geführt. Wir waren von der Aussicht, der Schönheit und dem rauschenden Meer so fasziniert, dass wir den Erklärungen von Linda zu wenig das nötige Gehör schenkten. Wir hatten nur ein Ziel, in die Badehose zu schlüpfen und zu geniessen anfangen. Unsere Ferien konnten beginnen 😍
Kandolhu, als eine der 1194 maledivischen Inseln, ist eine der kleinsten, auf welcher ein Resort erstellt wurde. Die Insel ist 100 breit und 200 Meter lang. Um die geringen Platzverhältnisse optimal zu nutzen, gibt es nebst den 20 Bungalows noch 10 Ocean Villas mit direktem Meerzugang und 6 davon mit Pool. Zu Fuss ist sie in rund 10 Minuten umrundet. Die Wege über die Insel, hin zu den Restaurants, Tauchstation, Bar hingegen sind so verworren, dass wir ab und an mal in einem privaten Vorgarten eines Bungalows landen.
Wir haben uns eine der Ocean Villas gegönnt und können uns nicht satt sehen. Leider ist während unserem Aufenthalt das Wetter der Jahreszeit entsprechend unerwartet instabil, was uns täglich mehrere Gewitterfronten beobachten lässt. Und dennoch, so direkt dieser Naturgewalt ausgesetzt zu sein, ist beeindruckend und hat was Faszinierendes.
Eines der Naturwunder, welches wir täglich miterleben durften, war der Sonnenuntergang. Von zu Hause sind wir atemberaubende Tagesabschlüsse gewohnt, aber dass wir sie hier ebenfalls so uneingeschränkt, traumhaft schön und mit ganz viel Dankbarkeit erleben durften, vergrössert unser Genusserlebnis zusätzlich 😍
Am ersten Morgen fassten wir das Schnorchelequipement, welches uns von da an täglich in die Korallen- und Unterwasserwelt entführte. Wir kriegten nicht genug von der farbenfrohen Fischwelt, die sich uns eröffnet – Manta Ray’s, Haie, Thunfische, Nemos, Lobsters, Oktopusse, Stonefish, Lipstick-Fish, Skorpione, etc etc…faszinierend, atemberaubend, unvergesslich.
(c) @Susanna.Meister(c) @Susanna.Meister
Zwischendurch hatten wir aber immer genügend Zeit, uns auf der Terrasse zu erholen und die Erlebnisse zu verarbeiten. Und um das Ferienprogramm stimmig abzuschliessen, fehlte es auch auf kulinarischer Seite an nichts. So standen uns 5 Restaurants zur Verfügung. Unter anderem auch ein japanisches, bei welchem direkt am Tisch gekocht wurde. Der Koch nutzte die Bühne, um spektakuläre Tastings vorzunehmen, denen sich Stephan tapfer stellte. Egal, ob mit oder ohne Showeinlage, das Essen war fantastisch.
Zu früh heisst es dann aber schon wieder Abschied nehmen. Zurück in die Kälte, denn während unserer Abwesenheit kehrte dort der Winter ein. 🥶 Dass der Rückflug von einer Plattform Mitten auf dem Meer aus statt finden soll, empfanden wir als ein weiteres kleines Abenteuer. Ja, wir genossen es bis zur letzten Minute – da konnte auch eine unerwartete, unschöne Flugumbuchung mit Zwischenhalt in Frankfurt nichts daran ändern.
Vor zwei Jahren bekam ich zu Weihnachten ein Geschenk, das hatte es in sich. Okay, nicht grad in dem Moment, aber die Aussicht auf das Ereignis liess mir den Atem stocken….
…ich bekam einen Fallschirm-Sprung. Aus rund 4’200 müM soll es losgehen – mit 200 Sachen Richtung Erde. So steht es zumindest in der Broschüre, die beim Gutschein angehängt war.
Vor vielen Jahren war das ein Wunsch von mir. Ein Abenteuer, wie man es sich in jungen Jahren wohl noch häufig wünscht. Aber bin ich heute – rund in der Lebensmitte – wirklich noch mutig genug zu springen? Wegen Corona sollte dieser Sprung später stattfinden als geplant. Auch okay, zumal die Vorfreude angeblich die schönste Freude ist 😉
Ende September war es nun soweit. Wir fuhren zum Ausgangsort Triengen. Die Anspannung stieg mit jedem Meter, den wir dem Flugplatz näher kamen. Gleichwohl begrüsste uns eine mystische Herbststimmung, die völlig von den Unsicherheiten ablenkte. Im Gegenteil – ein Kneifen kam gar nicht mehr in Frage – dieser Tag war gemacht, um die Komforzone zu erweitern. Entsprechend motiviert und vor allem mutig meldeten wir uns als die ersten, die abspringen werden. Also rein ins Kombi, Instruktionen über Does and Dont’s sowie die fast schon mantraähnliche Aufforderung, geniessen, geniessen, geniessen. Alle Sicherheitschecks waren zigfach gemacht worden und dann war ich um 09.00 Uhr ready, den Pilatus Porter zu besteigen. Ehrlich – in dem Moment fühlte ich mich fast etwas wie Top Gun.
Wir waren zwei Tandemspringer und 2 Singel. Stephan und sein Tandempilot sassen unmittelbar neben der Türe am Boden und wir auf der schmalen Bank. Ich war völlig aus dem Häuschen, weil ich sage und schreibe 2 Jahre zuvor das letzte Mal geflogen bin. Ich genoss jeden Höhenmeter und die immer schönere Vogelperspektive, die mir beschert wurde. Bis wir auf rund 2’200 müM waren, ab dann wurde ich zunehmends ruhiger. Und dann war es soweit – die Türe wurde geöffnet und schon sind Stephan und sein Tandempartner verschwunden. Wusch – weg. Mir blieb das Herz stehen und ich hielt mich wie wild an der Bank fest. Mein Tandempartner verzweifelte fast, weil sich das Absprungfenster ungenutzt zu schliessen drohte. In der letzten Sekunde sprangen wir….ich den Blick starr auf den rasant näherkommenden Grund. Gefühlt wenige Sekunden nach dem Sprung, wurde auch schon der Fallschirm geöffnet. Effektiv waren es ca 45 Sekunden! 🙃 Und dann begann der „Segelteil“ des Abenteuers. Was für eine Aus- und Weitsicht! Einfach atemberaubend! Und da sah ich auch Stephan wieder, denn die beiden Piloten sorgten dafür, dass wir uns in der Luft kreuzten, was ein willkommenes Element war. Dann noch zwei drei Kurven und schnell schnell geniessen. Denn schon hiess es Beine hochziehen, die Landung wird vollzogen. Kaum zu glauben, dass seit dem Absprung rund 8 Minuten vergangen sind!
Natürlich wirkte das Adrenalin noch lange nach und viele kleine Details realisierte ich erst dadurch, dass ich von dem Erlebnis erzählte. Fast schade, dass das zeitlich so versetzt ins Bewusstsein gelangte. Doch unbestritten, ob mit allen Details oder nicht, es war für mich mal eine ganz andere Form des Fliegens. 🙂 Unvergesslich, nachhaltig, spektakulär!
Nach langer Zeit der Blog-Abstinenz bin ich motiviert wieder in die Tasten zu hauhen. Natürlich habe ich lange überlegt, mit welchem Thema ich meinen Blog wiederbeleben könnte. Heute – nach einem weiteren genialen Tagesabschluss am Zugersee – war es klar. Mein heutiges Thema ist die Vielfalt der Sonnenuntergänge am Zugersee.
Das schmucke Dörfchen im östlichsten Zipfel der Schweiz, angrenzend an Österreich, ist bekannt als Zollfrei-Oase. Doch dieses schöne Fleckchen Erde hat weit mehr zu bieten als günstiger Treibstoff, Zigaretten oder Zucker. Klar – das alles und vieles mehr kann man hier unter anderem in den über 50 Shops kaufen – ein optimales Rahmenprogramm nach einem abwechslungsreichen Bike-, Wander- oder allgemeinen Naturtag.
Nein, es ist keineswegs übertrieben Skiáthos mit der Karibik zu vergleichen, denn 66 mit weissen bis hin zu goldgelben Traumstränden umspielt mit kristallklarem, türkisblauen Wasser sind hier Standard. Skiáthos gehört zu den nördlichen Sporaden und ist die kleine „Schwesterinsel“ von Skopelos, welche als Drehort für den Film „Mamma Mia“ ausgewählt wurde.
Am Wochenende besuchte ich mal wieder meine Freunde in London. Es ist fast schon wie ein „nach Hause“ kommen, denn es schwingt bereits viel Vertrautheit mit – bei der Anreise mit der Tube, die Fusswege bis zum Haus, die Wohnung inmitten der herrlichen Kanalumgebung, das Kreischen der Gänse, die Skyline…. einfach schön 😍👍
Vor 20 Jahren lernte ich Albinen im Wallis kennen. Mir als Bündner-Fan war völlig unklar, wo ich da hingeführt werde. Für alle, die Albinen auch nicht kennen, das kleine Dorf liegt rund 6,5 KM vor Leukerbad, oberhalb von Leuk an einem wunderschönen Sonnenhang mit fantastischer Aussicht.
Nach meiner Auszeit in Australien war ich zu Hause mit der Frage konfrontiert, wie geht es beruflich weiter? Gehe ich zurück in ein Angestelltenverhältnis oder wage ich den Schritt in die Selbständigkeit?
Gefühlt eine Ewigkeit verging, bis ich endlich wieder zum Flughafen gehen und meine Reise nach London in Angriff nehmen konnte. Meine Freundin lebt seit Juli dort, zusammen mit ihrem Partner, und dieses Wochenende stand wertvolle Freundinnenzeit auf dem Programm.
Einer meiner Vorsätze für die Zeit zurück zu Hause war, dass ich alles, was ich spannend finde, auch ausprobiere. Eine falsche Scham soll mich nicht davon abhalten, meine Neugier aufs Leben auch in der Schweiz auszuleben. Und so kam ich mir vor wie Alice im Wunderland als ich zurück war, denn alles schien mir so spannend, neu und reizvoll.
Zwischen meinen Ausflügen in den Norden sowie Süden hatte ich Zeit mir Perth genauer anzusehen. Perth ist keine mondäne Stadt – im Gegenteil sie wirkt eher klein und ländlich und dadurch vermittelt sie eine gemütliche Athmosphäre.
Meine letzte Tour auf dieser Reise durch Australien führt mich in den Süden der Westküste. Die Wettervorhersagen versprechen nicht nur sonnige, sondern auch sommerlich warme Tage, was für eine Reise in die Weinregion doppelt gut ist.
Am Dienstag Morgen geht es los auf die 7tägige Tour in Richtung Exmouth – also in den Norden der Westküste. Was wird mich auf dieser Seite des Landes wohl erwarten?
Perth war die nächste Station auf meiner Reiseliste und somit wechselte ich auf die andere Seite des Landes – rüber an die Westküste. Perth habe ich als eigentliches Reiseziel ausgesucht, ist aber gleichzeitig auch Ausgangspunkt für weitere Touren in den Norden sowie Süden der Westküste.
Melbourne hatte einen schweren Stand, mich für sich zu gewinnen, denn mit meinem Herzen war ich immer noch in Sydney. Aber ich kann sagen – es hat mich mit seinem Charme überzeugt und begeistert.
Twelve Apostles – Loch Ard Gorges – London Arch – Grampians National Park
Sydney zu verlassen war echt nicht einfach für mich. Doch ich war froh, dass in Melbourne das nächstes Highlight auf mich wartete und mich sicherlich ablenken wird! 😎
Taronga Zoo – Bondi Beach – North Sydney – botanischer Garten – Tanzwettbewerb
Die letzten Tage in Sydney sind angebrochen und diese konnte ich frei von jeglichen Verpflichtungen voll geniessen. Okay – nicht ganz – Tanzstunden standen noch an, doch das gehört für mich ja zum Geniessen dazu! 💃😀
Diese Woche hat die Routine mich spürbar in der Hand und ich war gefordert, meinen Aktivismus zu pushen, um aufgrund der Routine das Erleben nicht zu vernachlässigen…
Landports English Language College – Arthur Murray Dance Studio Sydney – Quartier „Barangaroo“, „Walsh Bay“, „Kings Cross“, „Durlinghurst“, „Paddington“
In dieser Woche startete am Montag die Sprach- und Tanzschule. Natürlich war ich gespannt, welche neuen Gspändli in der Schule auf mich warten und wie der Unterricht effektiv sein wird. Denn es war ja auch die Absicht, sprachlich ein Bisschen was zu profitieren. Ein weiterer herrlicher Morgen begrüsste mich und so machte ich mich top motiviert mit der Fähre auf zur Schule.
Opera House, Harbour Bridge, Quartier „The Rocks“ „Darling Harbour“ und „Glebe“
Sydney war unter anderem einer der Gründe, wieso ich unbedingt mal nach Australien wollte. Ich weiss nicht warum, aber diese Stadt hat mich immer schon fasziniert und ich stellte es mir in meinen Träumen genial vor, in dieser Stadt zu sein. Und ich kann nach nur wenigen Stunden in dieser Stadt sagen – meine Vorstellungen wurden bei weitem übertroffen!
Byron Bay….. bekannt unter den Yoga-Liebhabern, künstlerisch Aktiven, Aussteigern sowie Surfern. Es schliesst sich natürlich nicht aus, dass Byron-Fan’s mehrere dieser Eigenschaften vereinen. 😉
Endlich mal wieder eine Stadt erkunden! Nach all den Beaches eine willkommene Abwechslung und da Brisbane auch nicht allzu gross ist, war der Kontrast zu den letzten 5 Wochen verkraftbar. 😉
Noosa (benannt durch die Aboriginals) heisst übersetzt „Shadow“. Ich hätte wetten können, dass es etwas mit „Paradies“ oder „Himmel auf Erden“ zu tun hat, denn genau das war es, was mir durch den Kopf ging, als ich im Ort ankam. Ich hatte das Gefühl zu Hause anzukommen und gleichzeitig vermittelte es mir ein enormes Feriengefühl.
Fraser Island (die Abirigionals nennen sie K’gari, was „Paradies“ bedeutet) ist bekannt als die grösste Sand-Insel weltweit. Mit ihrer Länge vo 124 km und Breite von 25 km würde man erwarten, dass mehr als 194 permanente Einwohner diese Insel besiedeln.
Lindy und Berry – meine neuen Airbnb-Vermieter – holten mich an der Greyhound Haltestelle ab führten mich zum Frühstück aus. Sie müssen mir angesehen haben, dass die Nachtfahrt in dem Bus meine alten Knochen ziemlich mitgenommen hat. Die beiden brachten mir beim wohltuenden Frühstück die Highlights von Hervey näher und ermöglichten mir mit der Fahrt entlang der Esplanade einen ersten Blick auf die Bay zu werfen.