Perth – Exmouth Tour

11.09. – 17.09.2018

Am Dienstag Morgen geht es los auf die 7tägige Tour in Richtung Exmouth – also in den Norden der Westküste. Was wird mich auf dieser Seite des Landes wohl erwarten?

Am Anfang war eine Gemeinsamkeit mit der Tour in Darwin offensichtlich….wir fuhren zuerst mal 600 km, bis wir die eigentliche Tour starten konnten. 😲 Diese unendlichen Weiten überraschen mich auch nach 3 Monaten in diesem Land immer wieder!

Was hingegen ganz anders zu Darwin war – der Strasse entlang wird Ablenkung geboten. Meilenweit gelbe Rabsfelder oder Getreide jeglicher Art. Oder dann Buschlandschaft, jedoch mir wahnsinniger Baum-, Gebüsch- und Blumenvielfalt. Dazu die rote Erde, die die Farben des Frühlings noch intensiver erscheinen lässt. Je höher nach Norden man kommt, desto mehr gleicht sich die Strassenrandlandschaft jedoch jener in Darwin sowie Uluru an und es wird wieder eintönig und unspektakulär.🙈

Wir fuhren die 600 km nicht in einem Stück durch, sondern machten einen Stopp bei den Pinnacles. Diese wüstenartige Landschaft überrascht mit den Erhöhungen/Spitzen, die wie hingestellt wirken…soweit das Auge reicht stehen sie und faszinieren. Da diese Erhebungen noch nicht so alt sind, ca 20’000 Jahre, sind sie für die Geologen nicht von Relevanz und daher gibt es bis jetzt „nur“ verschiedene Theorien über die Entstehung dieser. Bewiesen ist bis heute nichts, doch klar ist, dass es mit dem Meer, Sand, Wind und sonstigen Natur-Rahmenbedingungen zu tun hat. Auf jeden Fall geben sie tolle Fotosujets ab 😉

Den 2. Tag nahmen wir früh in Angriff, um die zahlreichen Programmpunkte richtig auskosten zu können. Als erstes wandern wir im Kalbarri National Park. Eine herrliche Aussicht auf den River motiviert uns ganz hinunter direkt zum Wasser zu steigen… ein Weg – im wahrsten Sinne des Wortes – über Stock und Stein. Einige von uns liessen sich abseilen, während dem die anderen sie dabei fotografierten und filmten. Ganz beim Wasser war es trotz früher Morgenstunde schon angenehm warm und die klare Sicht entlockte uns viele Ah’s und Oh’s.

Zurück auf dem Plateau fuhren wir zum Nature’s Window. Auf den 500 Metern bis zum Fenster, wurden wir von zahlreichen, wunderschönen, mir meist unbekannten Blumen begleitet. Fantastisch, wie der Frühling hier in der vermeintlich steinigen Gebieten Farbtupfer hervorzaubert 😍. Paul, unser Guide, erzählte dann auch, dass West Australien über 10’000 verschiedene Pflanzenarten verfügt und 60% davon gibt es nur in diesem Teil des Landes und sonst nirgends auf der Welt.

Ich schweife ab, ich wollte ja über das Nature’s Window berichten 😊 Das von der Natur geschaffene Loch bietet einen spektakulären Ausblick auf die nahe Umgebung und natürlich nutzten wir dieses für entsprechende Fotosessions 😀

Unser nächstes Ziel waren die Stromatolites (Sedimentgesteine). Diese sind seit der Entstehung der Erde auf unserem Planeten und gelten als Ursprung sämtlicher Lebewesen. Zig unterschiedliche Bakterien bilden sich zusammen zu Mikroorganismen, kreieren Erhöhungen, die wie Steine/Korallen aussehen. Diese „Bakterienhaufen“ sind jedoch weich und bei entsprechend ruhigem Wetter kann man auch sehen, wie sie atmen. Weltweit gibt es 5 solcher „Felder“, 4 davon in West Australien und eines auf den Bahamas. Diese Kolonien im Hamelin Pool sind als World Heritage Area entsprechend geschützt. Wenn man auf dem speziell erbauten Pier entlang geht, kann man sehen, wie die Erde angeblich ausgesehen hat, als es noch keine Lebewesen/Pflanzen/Bäume/etc gab….bis eben auf diese Bakterien-Kolonien. Sehr beeindruckend und stimmt gleichzeitig auch nachdenklich…

Den Tag beendeten wir in Monkey Mia mit einem herrlichen Sonnenuntergang begleitet von zahlreichen Pelikanen. Und den Sonnenaufgang erlebten wir von derselben Beach, wo sich nebst den Pelikanen auch die Delphine am neuen Tag erfreuten. Ein äusserst friedlicher Weg den Tag zu beginnen 😍

Bei der morgentlichen Fütterung der Delphine kam ein ausserordentlich hungriger Pelikan dazwischen. Aller Bemühungen zum Trotz konnte dieser nicht beruhigt werden und so war er der einzige, der Fische zu futtern bekam… die Delphine gingen leer aus und so musste der Fütterungsprozess abgebrochen werden. Dennoch war es schön zu sehen, wie liebe- und respektvoll ja fast zärtlich die Verantwortlichen mit den Delfinen umgingen.

Im Verlaufe des Morgens machten wir uns auf, weiter den Westen zu erkunden. Dafür machten wir Stopp’s an folgenden Plätzen:

Little Lagoon:

Inmitten des Busches, angrenzend ans Meer befindet sich diese unglaublich türkisblaue Lagoon.

Eagle Bluff

Hier empfing uns ein so starker Wind… es verschlug uns fast den Atem. Sämtliche Kopfbedeckungen waren in no Time überall verteilt und kein Kopf hatte mehr den erhofften Sonnenschutz 😂 Aber nicht nur der Wind nahm uns fast den Atem, sondern auch der Ausblick auf die Bucht…😎

Shell Beach

Bei Shell Beach machte Paul ein Gruppenfoto, was uns inspirierte, dies dann auch gegenseitig mit Einzelaufnahmen zu probieren….nebst dem Fun-Faktor den es bot, sind ganz gute Bilder entstanden, welche von befreienden Emotionen begleitet werden.

Und dann hiess es Abschied nehmen, denn der grössere Teil der Gruppe machte sich auf den Weg zurück nach Perth. Katie und ich fuhren mit Paul weiter nach Coral Bay, was 4.5 Stunden Fahrt bedeutete.

Man braucht nicht lange zu suchen, woher der Name zu diesem Ort an der Westküste kommt. Die Farbe des Meeres spricht für sich 😍👍. Es ist aber auch bekannt als optimaler Ausgangsort, um das intakte Ningaloo Reef zu erkunden. Das 250 km lange Korallenriff ist aufgrund der 220 verschiedenen Korallenarten Schutz- und Lebensraum für unter anderem rund 500 tropische Fische, Wasserschildkröten, Dugongs, Haie, Stachel- und Mantarochen. Es überrascht wenig, dass es dank dieser Einmaligkeit dem UNESCO Weltkulturerbe angehört. Wir haben einen kleinen Teil dieses Riffs mit einem Glasbodenboot erkundet. Die Vielfalt bei den Korallen und Fischen war schlicht überwältigend und definitiv viel besser als das Barrier Reef. Für Schnorchel- und Tauchfreudige ein optimaler Spot das Reef zu erkunden, denn es liegt unmittelbar an der Küste – oft mit einem minimalen Abstand von rund 100 Meter. Stundenlange Anfahrten mit dem Boot zum Riff sind somit obsolet.

Nach diesem eher ruhigeren, aber dennoch faszinierenden Tag geht es am frühen Nachmittag weiter nach Exmouth.

Exmouth wurde 1964 unter der Federführung der Amerikaner aufgebaut. Die NASA hat dort 11 Türme errichtet, die zur Kommunikation vor allem während des kalten Krieges genutzt wurden. Heute dienen sie nur noch als Radioantennen. Aus touristischer Sicht ist dieses Fleckchen Erde deshalb interessant, da es ebenfalls am Ningaloo Riff liegt und für die grössten Tiere des Ozeans während 4 bis 6 Monaten pro Jahr als Aufenthaltsort gilt.

Abgesehen davon bietet dieser Ort wenig und man wirkt fast etwas verloren, wenn man nach einem Ortszentrum sucht.

Paul empfehlte uns daher auf die Whale Shark Tour zu gehen, welche nicht nur Schnorcheln im Riff beinhaltete, sondern auch das Schwimmen mit Whale Shark’s. Obwohl die Saison eigentlich vorbei ist, gingen wir guten Mutes dahin. Nach einer Einführung über das Verhalten beim Schwimmen mit diesen riesigen Meeresgiganten sowie Schnorchelinstruktionen wurde das Ein- und Aussteigen ins Boot geübt. Dies war deswegen wichtig, denn wenn ein Whale Shark gesichtet wird, muss es schnell gehen ohne aber die Sicherheit aller sowie jedes einzelnen zu gefährden. Als das alles reibungslos geprobt werden konnte, stellten wir uns auf eine lange Wartezeit ein, zumal seit einer Woche kein Gigant mehr gesichtet wurde. Aber nein…..uns war das Glück hold und schon hiess es: „erste Gruppe bereit machen“ und nur 2 Minuten später „Go Go Go“. Und da war er…..riesengross, anmutig, leicht schwebend im tiefen, blauen Wasser. Nichts war um ihn herum und ich vergass völlig die Welt und Zeit. Als ich dann mal den Blick von ihm anwendete, sah ich, wie ein Wal nur wenige Meter von uns entfernt abtauchte. Mir fielen fast die Augen aus dem Gesicht. Ich suchte hektisch nach den anderen, verfiel aber sofort in eine Schockstarre, da in Armeslänge entfernt ein Hai an mir vorbeischwam. Ich war völlig hin und weg….. den auch dieser Hai vermittelte eine Ruhe und Gelassenheit, wie man sie wohl nur in der Unterwasserwelt erlebt. Es bestand kein Grund zur Panik oder das Gefühl in Gefahr zu sein….

4 Mal konnten wir ins Wasser, um mit dem Walhai zu schwimmen, bevor er dann definitiv abtauche und seinen Weg weiter durch die Unterwelt machte, auf der Suche nach Nahrung, welche ausschliesslich aus Plankton besteht. Walhai ist der grösste Hai sowie der grösste Fisch der Gegenwart. Er zieht alleine durch die Tiefen des Meeres und in der Gegend von Exmouth bewegen sich 200 bis 400 Tiere pro Jahr.

Danach machten wir uns auf, das Riff im türkisblauen Wasser zu erkunden. Eine Vielzahl wunderschöner, farbenfroher Fische, Delfine sowie eine grosse Roche rundeten unseren Tag ab. Als wir alle wieder im Boot waren, schlenderte noch eine riesige Schildkröte an uns vorbei, was den Tag noch ergreifender machte.

Dank der sommerlichen Temperaturen verbrachten wir den restlichen Tag am Pool und erholten uns von einem intensiven, emotionalen, nachhaltigen Tag. Diesen liessen wir einmal mehr bei einem farbenintensiven Sonnenuntergang, begleitet mit einem Glas Wein, ausklingen .

Am 6. Tag fuhren wir früh los, da wir rund 850 km zurückzulegen hatten. Das Ziel ist das mit 1’250 km entfernte Perth. Rund 450 km vor Perth gibt es noch eine Übernachtung auf einer Farm, die aufgrund der Jahreszeit in einem saftigen Grün und umgeben von einer vielfältigen Blumenvariation erscheint. Kurz vor der Farm stiessen 3 Teilnehmer von einer anderen Gruppe zu uns, was das Gemeinschaftsleben wieder etwas abwechslungsreicher gestaltete.

Auf dem letzten Stück unserer Tour besuchten wir einen „Wildpark“, was eigentlich mehr eine Auffangstation für verletzte oder ausgesetzte Tiere ist. Sobald diese wieder fit für die freie Wildbahn sind, werden sie dahin zurückgebracht. Sehr oft haben sie auch Känguru-Babys dort, die sie aus den Beuteln von überfahrenen oder erschossenen Känguru-Müttern holten. Mit dem kleinsten Baby durften wir Bekanntschaft machen….kaum zu glauben, dass dieses bis zu 2 Meter gross werden kann.

Kurz vor Perth packten wir in den Sanddünen von Lancelin die Sandboards aus und flitzten den Hügel hinunter 😀 Der Sand ist hier so extrem fein, dass er sich sofort in jede Faser und Ritze der Textilien festsetzt und mein Gesicht und die Kopfhaut kamen zudem zu einem ungeplanten Peeling 😂. Ein erquikender Abschluss des Tages👍.

Eine lange Tour geht zu Ende und mein Erlebnis-Rucksack ist um viele wunderschöne, lustige und nachhaltige Abenteuer, Eindrücke und Erfahrungen reicher!

Copyright of all Fotos by Monika Manhart.

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Autor: Moni_meets_the_world

Ich reise gerne durch die Welt und lass mich inspirieren von der Vielfalt des Lebens. Andere Lebensformen, unterschiedliche Religionen, geographischen Gegebenheiten kombiniert mit Einflussfaktoren wie Klima, Wohlstand, Traditionen etc etc bereichern mich an jedem einzelnen Tag, wenn ich durch die Welt bummle. Mit diesem Blog halte ich meine Erlebnisse in Wort und Bild fest und wer immer Lust hat, darf sich darauf einlassen um sich mit meinen Erfahrungen inspirieren, motivieren lassen.

Ein Gedanke zu „Perth – Exmouth Tour“

  1. Liebe Moni diese Aufzeichnungrn über deinen 7-tägigen Ausflug haben mich sehr fasziniert. Du hast für mich am begeisterten getönt. Auf jeden Fall hast du wahnsinnig viel in sehr kurzer Zeit erlebt. Toll wirklich toll!

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