Neues erleben und mich inspirieren lassen

13.11.2018

Einer meiner Vorsätze für die Zeit zurück zu Hause war, dass ich alles, was ich spannend finde, auch ausprobiere. Eine falsche Scham soll mich nicht davon abhalten, meine Neugier aufs Leben auch in der Schweiz auszuleben. Und so kam ich mir vor wie Alice im Wunderland als ich zurück war, denn alles schien mir so spannend, neu und reizvoll.

Klar war, dass ich Swing von der Pike auf lernen will, also meldete ich mich bei WCS Zürich im Atelier: Tanz für den Anfängerkurs an. Am 23.10. ging’s los und zusammen mit ca 30 anderen schauten wir gespannt auf unsere Kursleiter Wanja und Susanne. Das Lässige an dem Kurs ist, dass er nicht nur in Englisch gehalten wird, sondern dass auch die Teilnehmer international sind. Dadurch, dass beim Swing jeder mit jedem tanzt, kommt man mit allen ins Gespräch. Es herrscht also eine lockere, ungezwungene Stimmung, was das Lernen positiv unterstützt. Ich fühle mich total wohl bei diesem Projekt und hab mich auch schon für den Fortsetzungskurs eingeschrieben. 👍💃🎶

Als das Wetter sich vom farbenfrohen, sonnigen zum grauen Herbst wandelte, schrieb ich mich wieder beim Fitnesspark Eichstätte ein. Und da ich nun ja auch untertags mehr Zeit hatte, nutzte ich die Chance, um den Zumba Kurs auszuprobieren. „Zumba Gold*“…. wofür steht wohl „Gold“ und was bedeutet „*“? Da ich auf dem Internet keine Erklärung fand, beachtete ich das nicht weiter und machte mich auf in die besagte Stunde. Als ich den Raum betrat, war klar wofür der Zusatz „Gold“ steht….The golden Oldies 😀. Aber ich muss sagen, noch selten habe ich so einen Einsatz und eine so grosse Begeisterung gesehen, wie in dieser Gruppe. Die vollen 50 Minuten wetzen die golden Oldies über die Bretter, drehen sich, verfallen in ungeahnte Hüftschwünge und applaudieren nach jedem Lied, weil es ihnen solchen Spass macht! Motivation pur und so bleibe ich in der Gold-Gruppe, um mich weiter von dieser Energie und Freude anstecken zu lassen.

Nebst Tanzen ist auch das Fotografieren eine Leidenschaft von mir. Während der Reise überlegte ich mir, wie ich diese beiden Elemente wohl vereinen könnte. Patricia – meine Coiffeuse und mittlerweile eine gute Freundin – ist mehrfache Schweizermeisterin im Standard Latino tanzen. Wer kann mir bei meinem Anliegen helfen wenn nicht sie 😊 Als ich ihr von meiner Idee berichtete, war sie Feuer und Flamme und sofort machten wir Nägel mit Köpfen. So begleitete ich sie und ihren Tanzpartner Flavio an ein Showtanzen in Basel. Ich war ziemlich aufgeregt und merkte, wie ich mir selber Druck aufsetzte. War es mir doch wichtig, gleich von Beginn weg gute Bilder zu schiessen. Da die beiden aber ja ständig in Bewegung sind stellte sich das als gar nicht so einfach heraus. Dazu kommen noch die difusen Lichtverhältnisse um Saal…aber was soll’s…. irgendwie wird es schon gehen. Bevor es mit der Show losgeht, wärmen sich die beiden vor dem Saal auf, als plötzlich Roger Federer zusammen mit seinem Trainer und Masseur auf uns zu gelaufen kam. Wouw…. was für ein Moment. Patricia und Flavio stellen sich sofort in Position, um mit King Roger diesen magischen Moment in einem Bild festhalten zu lassen. Natürlich war mir diese Aufgabe hold. Ich war selber so nervös, der Tennislegende so nah zu sein, dass ich kaum in der Lage war, ein einigermassen gelungenes Foto zu schiessen 🙈 geschweige denn spontan nach einem Selfie mit ihm zu fragen… nur wenige Sekunden stand die Ikone bei uns, doch blieb er den ganzen Abend präsent und wurde zu unserem alleinigen Thema des Abends. Ab dem Moment war bei mir der Druck weg, denn ich hatte das alles entscheidende Bild scharf und einigermassen belichtet festhalten können!😉

Ende Oktober begleitete ich Nici und ihre Eltern an die Hauptversammlung der Wetterpropheten Innerschweiz, welcher in Alpthal stattfand. Wo war sie? Fragst Du Dich vielleicht.🤔 Sagt Dir die Werbung von Raclette und Fondue mit dem Spruch „chli stingge muesses“ etwas. Ja genau diese Männer, die gefeiert werden als die „Wetterschmöcker“ der Schweiz, führen diesen Verein an. Man glaubt es kaum, aber dieser Verein führt 10’000 Mitglieder. Und an der Hauptversammlung waren knapp 1’000 anwesend…. nicht nur Mitglieder, sonder auch Schaulustige wie ich es war. Ich war begeistert von dem Anlass, dem gemütlichen, humorvollen, wohlwollenden Klima. Die Hauptversammlung selber war eigentlich mehr eine Komödie als eine Sitzung, aber alle waren begeistert, fühlten sich unterhalten und im Anschluss wurde ein ausgiebiges Abendessen serviert, welches von lüpfiger Ländlermusik unterstrichen wurde. Die Herren zeigten klar, was aus einem Stammtisch-Verein entstehen kann und dass man das Leben nicht immer allzu ernst nehmen muss – ab und an kommt man mit einem Augenzwinker mindestens genau so ans Ziel, wie wenn man es verbissen und tierisch ernst nimmt.

Nebst den Hobbies bin ich aber auch gefordert, mir einen Plan zu überlegen, um mich beruflich wieder zu integrieren. Über die sozialen Medien oder via Freunde werde ich auf Workshops, Frühstücksanlässe oder Vorträge hingewiesen. Wieso nicht, denke ich mir, denn nebst den Informationen bieten solche Anlässe auch die Chance Networking zu betreiben. Zudem habe ich dafür endlich mal Zeit, denn wenn man im ganz normalen Arbeitswahnsinn eintaucht, werden solche Events eher mit Ausreden abgesagt.

Gesagt getan. Ich starte mit dem Workshop in Bern zum Thema „Digitale Nomaden“. Ein sehr spannendes Thema, auch wenn ich das Nomadentum nicht ausschliesslich International betrachten möchte, sondern auch National als wichtig erachte. Von Mitarbeitern wird hierzulande verlangt, dass sie mobil sind, doch Firmen sind selten soweit, dass sie diese Mobilität als Unternehmen auch wirklich unterstützen. Ein Thema dass in den künftigen Change Projekten mit Sicherheit immer mehr und mehr Einfluss nehmen wird und nicht nur Führungskräfte stark fordern, sondern auch die Form der Arbeitsverhältnisse, Zusammenarbeit und Stellenprofile verändern wird. Nebst all den spannenden Einblicken der 4 Referenten, durfte ich 2 interessante Frauen kennenlernen. Ein schönes Add-on was mich motivierte mit diesen Vortragsreihen weiter zu machen.

Der nächste Anlass lud zum Austausch „Digitalisierung im Recruiting“ mit anschliessendem Frühstück ein. Bereits um 7.30 Uhr geht’s los. Tja, die frühe Uhrzeit scheint nicht nur für mich eine Herausforderung zu sein, denn es wird nur ganz wenig geredet und die die sich unterhalten, kennen sich offensichtlich. Der Vortrag selber ist zwar interessant, hat aber wenig mit den angekündigten Schlagwörtern gemein. Die grosse Diskussion lässt vermuten, dass die vorgetragenen Themen dennoch auf Interesse stossen, wodurch das angekündigte Frühstück mit grösser Verspätung aufgetischt werden kann. Da mir aber immer noch nicht nach Smalltalk ist, ziehe ich es vor in mein Reisebüro zu gehen und Kurt, meinem Reiseberater, von meiner Australienreise zu berichten…..Jaja, bei dem Thema bin ich zu jeder Zeit redebereit 😉 und so überschütte ich Kurt mit meiner Begeisterung, ungefragt, ob es ihm dafür allenfalls noch zu früh ist 😎.

Schlag auf Schlag gehts weiter und schon stand mein nächster WS auf dem Programm, welcher das Thema „nachhaltige Stakeholder Partnerschaften“ behandelte. Ehrlich gesagt habe ich mich dafür eingeschrieben, weil ich dies zusammen mir einer Freundin besuchen konnte. Es war eine gute Möglichkeit das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Das beste des Anlasses war der anschliessende Apero Riche. Das Thema selber wurde von einem der 4 Referenten zu stark geprägt und endete in einer Selbstbeweihräucherung, was dazu führte, dass ich meinen Gedanken freien Lauf liess. Inspiriert hat mich hingegen der Gärtner, welcher für den Blumenschmuck verantwortlich war👍. Ich bin überzeugt, dass er sich auch davon leiten liess, nach einem kreativen Ansatz die Räumlichkeiten zu schmücken und der traditionellen Vorgehensweise den Rücken zuzuwenden.

Äusserst Interessant war zu sehen, wie unterschiedlich all diese Business Veranstaltungen von der Lokation, Organisation, Inhalt, Verpflegung aber vor allem auch von den Teilnehmern her waren. Man spürte klar die regionalen Unterschiede – so waren die Berner ziemlich easy, kommunikativ unterwegs. Bei den Zugern fehlte es fast etwas am Selbstvertrauen der Teilnehmer und in Zürich stand das „Mehr Schein als Sein“ klar im Vordergrund. Da ich sehr unbelastet an diese Events gehen konnte und mich in keinem beruflichen Korsett befinde, liebte ich es die Szenerie zu beobachten und mich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten einzulassen. Das bot mir das eine oder andere Mal mindestens genau so viel wie der eigentliche Vortragsinhalt selber.

Alles in allem habe ich jedoch mit jedem einzelnen Event inspirierende Erfahrungen und Kontakte machen können. Die Neugier in mir hält weiter an, so dass es ich sicherlich noch vieles ausprobieren werde. Dass ich mich bei jeder neuen Erfahrung aus der Komfortzone begeben muss, lässt mich schon auch das eine oder andere Mal innehalten und die Frage stellen, wieso ich das überhaupt mache. Aber wenn ich mich dann überwunden habe, sind die positiven Erlebnisse, Inspirationen sowie Gespräche mit spannenden Leuten ein Gewinn für mich und ich schliesse solche Tage erfüllt, zufrieden, optimistisch und voll mit neuen Ideen ab. Und nur schon dafür lohnt es sich, Neues auszuprobieren, eigene Grenzen überschreiten und Offenheit zu beweisen.

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Autor: Moni_meets_the_world

Ich reise gerne durch die Welt und lass mich inspirieren von der Vielfalt des Lebens. Andere Lebensformen, unterschiedliche Religionen, geographischen Gegebenheiten kombiniert mit Einflussfaktoren wie Klima, Wohlstand, Traditionen etc etc bereichern mich an jedem einzelnen Tag, wenn ich durch die Welt bummle. Mit diesem Blog halte ich meine Erlebnisse in Wort und Bild fest und wer immer Lust hat, darf sich darauf einlassen um sich mit meinen Erfahrungen inspirieren, motivieren lassen.

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