Ab in den Norden – so hiess es am Freitag Morgen. Konkret nach Schweden – ein Land, welches ich schon lange im Visier hatte, und nun endlich einen Teil dieses weitläufigen Landes bereise. Die Vorfreude ist riesig und so klebe ich ganz gespannt am Fenster, denn keine Minute wollte ich auf dieser Reise verpassen. Beim Anflug wird schnell erkennbar, dass viel Seen, Flüsse und Meerausläufer das Land zeichnen.

In Stockholm gelandet spazieren wir über 3 Inseln bis wir in unser Hotel auf Gamla Stan einchecken. Und da wurden wir auch gleich informiert, dass bis und mit Montag Mid Summer Festival ist und daher so ziemlich alles geschlossen bleibt. Spannend…heisst denn das auch, dass wir Zeuge von Aktivitäten werden, die sonst nicht angeboten werden? Leider nein. In Schweden trifft man sich offensichtlich auf dem Land und feiert im Kreise der Familie. Das ist auch der Grund, wieso die Stadt wie ausgestorben wirkt. Lediglich Touristen schlendern durch die Strassen von Stockholm und die wenigen Lokale, die geöffnet haben, freuen sich über gute Geschäfte.






Doch diese neue Situation bringt uns nicht aus der Ruhe. Nach dem Check In erkunden wir die Stadt und verweilen mal hier und dort. Dank des herrlichen Wetters präsentiert sich die Stadt in bester Manier. Unsere Stadttour kommt fast einem Inselhopping gleich, denn Stockholm ist auf 14 Inseln erbaut. Daher überqueren wir eine Brücke hier oder lassen uns mit dem Boot von hier nach dort bringen. Und wenns schnell gehen muss, dann nutzen wir einen der zahlreichen E-Scooter und düsen auf die entsprechende Insel.
Und dann sind da noch die herrlichen Sonnenuntergänge. Ja, klar – wie normal im Sommer – finden diese zu später Stunde statt. Somit kann man vorher in aller Ruhe Abendessen gehen, um dann gegen 21.45 Uhr mit dem Fotoapparat bewaffnet die Tagesabschlussstimmung einfangen. Ist die Sonne erstmal untergegangen, kann man ruhigen Schrittes zurück nach Gamla Stan, denn so richtig dunkel wird es in dieser Jahreszeit bekanntlich nicht.





Am Samstag entschieden wir uns für eine Bootstour nach Sandhamn. Auf dieser total 8 stündigen Tour passieren wir zahlreiche Inseln, die zu den Schäreninseln gehören. Mit dabei war unter anderem auch die Insel Södermalm, welches die größte der 14 Stockholmer Insel ist. Dort leben über 124’000 Einwohner, weshalb sie auch zahlreiche Shops, Restaurants und Bars beherbergt. Auf dieser Insel befindet sich auch der höchste Punkt von Stockholm mit 53 M.ü.M.




Auch Bullandö gehörte zu den Inseln, an welchen wir vorbeifuhren. Aus der Ferne sah es aus wie ein Meer von überdimensionalen Zahnstochern. Kein Wunder, denn in diesem Hafen sind zwischen 1’400 und 1’500 Segelboote, -jachten zu Hause. Somit ist dies auch offiziell der grösste Segelboot-Hafen des Nordens.


Generell war uns der Blick auf zahlreiche Sommerhäuser gegönnt – typische Schwedenhäuser in idyllischen, abgeschiedenen Gärten – mal abgeschirmt von der Welt – mal eingebettet in ein kleines Dorf. Egal wie und wo – sie luden ein um zu verweilen. Und gleichzeitig wurde auch die Aussage bestätigt, dass die Mid Summer Aktivitäten auf dem Land gefeiert werden. In vielen dieser Gärten wurde der Sommer bejubelt, Zeit gemeinsam verbracht und die Familie genossen.







Am Montag machten wir uns mit dem Auto auf, einige Destinationen von Süd-Schweden zu erkunden. Unterwegs wurden wir begeistert von einer unendlichen Weite, riesigen Kornfeldern, Wasser- und Waldlandschaften und immer wieder den Farbtupfern in Form von den roten Schwedenhöfen. Und ja, unser Weg kreuzte ein Elch – was für eine Aufregung, denn diese menschenscheuen Tiere zeigen sich nur ganz selten.




Die erste Etappe unserer Rundreise war Eskilstuna. Ein kleines Städtchen mit historischem Hintergrund. Eines der alten Fabrikhebäude ist Zeichen dafür, dass Frauen am Ortsfluss eine Wäscherei aufzogen. Damals noch im Fluss und natürlich mühsam von Hand. Heute wird dort unterrichtet, gewerkelt und durch die Uni-Nähe am Flussufer gelesen, gelernt und auch einfach der Kopf gelüftet. Natürlich war da auch die Schiff- und Maschinenbau Industrie wesentlich, da diese Stadt in der Schiffahrt- als auch Eisenbahnindustrie ein zentraler Knotenpunkt darstellte.






Weiter ging es dann nach Örebro. Diese Stadt zählt gut 155’000 Einwohnende. Die Stadt fällt nicht nur auf durch das gepflegte Erscheinungsbild, sondern auch durch die zahlreichen Kunstwerke, die sich in den Parks, im Wasser oder in der Fussgängerzone zeigen. Ebenfalls bekannt ist das Freilichtmuseum Wadköping, welches sich angrenzend zum Stadtpark befindet. Die alten Häuser wurden teilweise wahrheitsgetreu nachgebaut und stellen ein kleines Dorf mit allem was es zum Leben braucht, dar.







Der dritte Tag unserer Rundreise führt uns nach Katrinenholm – genauer zum Hotel Dufweholms Herrgård. Dieses Kleinod ist einfach traumhaft. In Mitten einer friedlichen Seelandschaft verweilen wir beim Spazieren, Ruderboot fahren oder Lesen im Hotelpark. Man will fast nicht mehr aus dieser Märchenwelt raus. Natürlich tut das grosszügige Zimmer, welches ganz im historischen Stil gehalten wird, seines dazu, dass das Ferienerlebnis schier unübertrefflich scheint.









Doch auch hier heisst es am nächsten Morgen Abschied nehmen. Wir fahren zurück nach Stockholm, wo wir die verbleibende 2 Tage verweilen werden. Dieses Mal logieren wir im Hotel Stallmästregården, im Stadtteil Nurrtull, direkt am See, unmittelbar neben dem grossen Stadtpark Hagaparken. Ein absolutes Juwel unweit des Zentrums und doch besticht es durch seine Ruhe und entschleunigende Naturnähe. Dass die Küche zahlreiche Auszeichnungen vorweisen kann, hilft das Wohlfühlerlebnis zu intensivieren.





Schweden hat mich sehr begeistert und ich bin sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch hier war. Was mir jedoch auffiel, ist, dass die Schweden nicht so offen und kommunikativ sind, wie ich das allgemeinen angenommen hatte. Sie wirkten eher zurückhaltend und wortkarg, sobald sie realisierten, dass sie nicht Ihresgleichen via-à-vis haben. Aber auch davon liessen wir uns nicht beirren, sondern übersetzten die Speisekarten mittels Online-Übersetzungshilfen oder mit der nötigen Kreativität. Und im schlimmsten Fall siegte gar unsere Entdeckungsfreude. 😎