Am Sonntagmorgen kamen wir in Sri Lanka an und wurden von unserem Guide und Fahrer Nuwan herzlich mit dem traditionellen Blumenkette willkommen geheissen. Wir, entflohen aus dem startenden Winter, waren dankbar, die „tropische“ Wärme zu spüren. Doch nicht lange, denn gleich ging es in den nächsten 3,5 Stunden im klimatisierten Auto weiter nach Sigiriya.





Im Hotel Aliya ist unser Ausgangspunkt für die kommenden 4 Tage. Die Aussicht, die uns gleich beim Einchecken geboten wurde versprach erholsame, gemütliche Spa-Tage. Doch weit gefehlt! Zwar platzierten wir uns, nach einem kleinen Mittagessen, direkt am Infinity-Pool. Doch um ehrlich zu sein, die Freinacht aufgrund der Flugzeiten, katapultierte uns, kaum hatten wir es uns auf den Sonnenstühlen bequem gemacht, ins Land der Träume. Nur dank vereinter Vernunft schafften wir es, lange genug wach zu sein, um das Abendessen zu überstehen. Danach ging ab ins Bett, denn um 04.00 Uhr klingelte erneut der Wecker. 🫠
Denn, das Reiseprogramm startete durch und wir damit. Unsere Einstiegsaktivität ging los mit dem Aufstieg auf den Sigiriya (Lions) Rock. Über 1250 Stufen brachten uns auf das Plateau des rund 200 Meter hohen Lavadoms. Dieser atemberaubende Aussichtspunkt ist geprägt von einer terrassenähnlicher Architektur. Fantastisch war die Fernsicht und da störte es kaum, dass der Sonnenuntergang nicht so wolkenlos war, wie man es sich vorstellt. Doch das immer heller und von der Sonne getränkte Licht verzauberte die verschiedenen Ebenen der ehemaligen Burg mit einer warmen Atmosphäre. Mit der Sonne kamen auch die Affen. Frech, vorwitzig und schnell, wie man sie kennt, stibitzen sie alles aus den Rucksäcken, was nicht sauber und sicher verstaut wurde.








Wieder unten angekommen entschieden wir einen Ausflug zu einem traditionellen Dorf zu machen. Sie sind Selbstversorger und leben noch stark nach den ursprünglichen Traditionen Sri Lankas. So schlafen z. B. die Männer im Dorf und die Frauen etwas ausserhalb. Aber fangen wir vorne an: zu diesem Dorf gelangt man nur über den Wasserweg oder mit Ochs und Wagen. Wir wurden mit zweiterem hingefahren oder besser gesagt, hin geschüttelt. Meine Güte hatte ich Schiss, vor allem als uns unser Guide noch erklärte, dass der Fahrer mit den Ochsen eine eigene Sprache entwickelt habe und einer der Ochsen ständig umdrehen wollte. Fragt sich nur, wer sprachlich noch nicht ganz auf dem nötigen Niveau ist 😉. Hingegen muss ich gestehen, die Gegend, durch die wir geführt wurden, war eindrücklich. Dennoch war ich froh, als wir dann auf den Ruder-Katamaran wechseln und wenig später zu Fuss ins Dorf spazieren konnten. Im Dorf empfing uns Menika. Sie war die Schwester der Dorfchefin. Jaja, hier ist es klar, wer das Sagen hat 😀. Mit Menika kochten wir bei brühtender Hitze Kokosfladenbrot mit Kokosnuss Sambol und verspeissten es anschliessend genüsslich. Menika schloss mich von Beginn an in ihr Herz, als sie dann aber noch hörte, dass wir fast gleich heissen, war es um sie geschehen und ich durfte/musste alles probieren, machen und alles wollte sie zusammen mit mir fotografiert haben. Ein herzerwärmender Nachnittag. Vom Dorf aus ging es zurück mit dem Kat und anschliessend brachte uns das Tuk Tuk zurück zum Auto.












Der 1. Tag in Sri Lanka war nich nicht vorbei! Bevor wir den 1. von vielen Buddhatempeln besuchten, stoppten wir bei eine Seidenfabrik. Es war uns möglich, uns traditionell zu bekleiden. Natürlich wählten wir dafür die Farben unserer Firma 😀.


Der Tempel beherbergt über 153 Buddhas und die sind in eindrücklich bemalten Steinräumen untergebracht. Der Tempel, welcher in den ursprünglichen Fels reingehauen wurde, präsentiert sich eindrücklich. Damit man zu ihm gelangt, sind erneut zig 100 Stufen zu bezwingen, was bei der Hitze für viel Schweiss sorgt.







Am zweiten Morgen unserer Reise ging es erneut früh los. Der archäologische Park von Polonnaruwa wartete auf uns. Diese Überreste sind eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sri Lankas. Grosse Stupas und Tempel mit zahlreichen Buddha-Statuen sowie von Garten-, Park- und Palastanlagen und diversen Gebäuden einer ausgedehnten Stadt sind zu bestaunen. Insbesondere die Buddha-Statuen von Gal Vihara begeisterten uns. Auch wenn die meisten Statuen wegen Restaurationsarbeiten mit Gerüsten verstellt waren – dies tat der immensen Ausstrahlkraft der Buddhas keinen Abbruch.








Auf dem Weg zurück stoppten wir beim Minneriya Nationalpark. Die 1. Safari im Jeep wartete auf uns. Dieser Park beherbergt die weltweit grösste bekannte Ansammlung von asiatischen Elefanten. Aktuell werden in dem 8.890 Hektar großen Park Herden von bis zu 350 Elefanten gesichtet. Wir gehörten zu den Glücklichen und konnten mehrere Herden lange Zeit beobachten und bestaunen. Diese Momente wurden immer wieder vom zahlreichen Klicken des Fotoapparates festgehalten.










Am Abend gönnten wir uns bei Einheimischen eine typische Massage, die uns etwas in den dringend nötigen Ferienmood katapultiert.
Auch der 3. Tag startete früh für uns, denn es ging in die über 2 Stunden entfernte ehemalige Hauptstadt Anuradhapura. Sie wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. in der Umgebung gegründet und war im Jahre 100 n. Chr. die neuntgrösste Stadt der Welt. Anuradhapura verlor im Laufe der Zeit die Bedeutung und blieb viele Jahre im Dschungel verborgen. Nach bedeutenden Ausgrabungen von Palästen, Klöstern und Monumenten ist es heute wieder ein wichtiges Zentrum in Sri Lanka. Es zeigte sich uns als eine Art Pilgerort, nicht zuletzt weil dort auch der buddhistische Ursprungsbaum (Bohdi-Baum) steht und bei dem die der buddhistischen Philosophie folgen, ihre Lebenswünsche platzieren.













Und dann hiess es ab nach Kandy. Auf dem Weg dahin besuchten wir einen Kräutergarten, wo wir mehr über die verschiedene Verwendung all der Kräuter erfahren durften. Als Zeichen der effektiven Wirkungskraft wurden unsere lädierten Knie verwendet und eingehend massiert. Ich muss zugeben, seither scheint mein Knie wesentlich stabiler und weniger zickig zu sein. Natürlich kamen wir nicht aus der Anlage raus ohne gut gefüllte Einkaufstüten. 😀 Die Fahrt war generell jedoch sehr abwechslungsreich und faszinierend.





In Kandy wollte ich unbedingt einen Markt besuchen. Geplant war, hier lebensnah, farbenfrohe Bilder von Alltagssituationen zu machen. Unser Guide verfolgte jedoch ein anderes Ziel. Er führte uns schnurstracks zu seinem Gewürzhändler des Vertrauens. Bei den schwülen Wetterverhältnisse war sein Speed eine kleinere Herausforderung. Und trotzdem gelang mir der eine und andere Schnappschuss. Nachdem Markt besuchten wir den hiesigen Buddha Tempel, welcher bekannt ist, weil er unter dem goldigen Dach den Zahn des ersten Buddhas beherbergt. Dieser streng bewachte Zahn bekommt man jedoch nicht zu Gesicht.












Am Freitag stand der rund 80 ha grosse Royal Botanic Gardens auf dem Programm. Heute werden dort über 4’000 Pflanzenarten gezeigt. Ursprünglich erstellte sich König Vikramabahu im Jahre 1371 einen Lustgarten rund um seinen Palast. Kommen wir aber zurück auf die heutige Bedeutung dieses Gartens 😉. Die Erhaltung der Fauna und Flora ist heute oberstes Ziel genauso wie die Entwicklung der medizinischen Naturprodukte.







Der Nachmittag sollte unser 1. programmfreie Nachmittag werden, worauf wir schon lange hinfieberten. Verarbeiten, gemütlich am Pool liegen, genüsslich etwas trinken 🥂🍻, Buch lesen – unsere Ideen waren vielseitig. Dumm nur, dass es ausgerechnet an diesem Nachmittag regnete und da in jener Nacht Vollmond war, wurde während 24 Stunden kein Alkohol ausgeschenkt. Bad luck 🤷♀️. So blieb das Buch lesen und ich nutzte die Zeit um die Weihnachtsdeko zu bestellen und die Essensplanung für die Festtage anzugehen 😄.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug von Kandy nach Nanu Oya, durch Regenwald- und Berg-Gebiete und entlang von riesigen Teeplantagen. Doch bevor es losging, waren wir viel zu früh am Bahnhof und zusammen mit der Verspätung waren uns 2 Stunden am Bahnhof gegönnt. Ich genoss es in vollen Zügen die Atmosphäre aufzunehmen und überlegte mir für jeden Reisenden eine Geschichte, die ihn/sie zu dieser Reise bewogen haben könnte. Dass sie alle in einer Reihe entlang dem Perron sassen und auf den Zug warteten, bediente meine Belustigung über die Situation 😀.






Dann ging es aber los. Nuwan fuhr mit dem Bus und wir tuckerlten mit dem Zug durch die Landschaft. Da die Züge in Sri Lanka nicht zwingend geschlossene Türen haben müssen, konnten wir auf der ganzen Strecke aus der offenen Türe wunderschöne Bilder schiessen. Jaja, es war auch etwas Nervenkitzel bei dieser Action dabei, da die sri lankischen Züge nicht so ruhig über die Gleise gleiten, wie dies mehrheitlich in der Schweiz der Fall ist. Aber es ging alles gut 😉 und wir kamen vollzählig, jedoch mit vielen wunderschönen Eindrücken im Gepäck, am Zielbahnhof an.








Nuwan brachte uns dann nach Nuwara Eliya, was auch „little England“ genannt wird und mitten in unendlichen Plantagefeldern von Tee, Gemüsen und Kräutern liegt. „Little England“ kommt nicht von ungefähr. Die in eine harmonische Bergwelt eingebaute Kleinstadt, mit ca. 25’000 Einwohnern, wurde im 19. Jahrhundert vom britischen Kolonialbeamten, Samuel Baker, gegründet. Er setzte durch die Bauart, Gartenanlagen, Bennenungen klare Zeichen und versuchte wohl so sein Heimweh etwas zu mildern. Aber man darf neidlos zugestehen – es ist eine faszinierende Stadt auf rund 1’800 MüM, womit sie die höchstgelegenste Stadt Sri Lankas ist.










Am Sonntagmorgen um 4.30 Uhr klingelte erneut der Wecker, da wir uns auf zum rund 1 Stunde entfernten Hochplateau Horton Plains machten. Dieser Nationalpark, welcher auf 2100 bis 2300 MüM liegt, wurde 1969 gegründet und ist seit 2010 bei UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen. Zu dieser Auszeichnung kamen sie vor allem wegen der Artenvielfalt, welche viele endemische (einheimische) existierende Arten beinhaltet. In dieser hügeligen Landschaft sind nur wenige Stunden am Tag nebel- und regenfrei. Das war auch der Grund, wieso wir diese rund 3-stündige Wanderung frühmorgens in Angriff nehmen wollten. Und es hat sich gelohnt. Unglaublich diese Fauna und Flora sowie die vielen Tiere. Demütig und in uns gekehrt bewanderten wir den Rundweg. Speziell war es beim Punkt „Worlds End“. Da fiel der Fels rund 870 m ab, fast, als ob ein Teil abgebrochen ist. Die Weitsicht bis in den Süden war uns dafür ermöglicht.







Am nächsten Morgen fuhren wir Richtung Süden, genauer nach Yala. Die Fahrt dahin, runter durch das Tal und dann auf der Ebene gestaltete sich einmal mehr vielfältig beeindruckend. Da auch im Yala Nationalpark eine 2. Safari anstand, düsten wir die rund 5-stündige Fahrt in einem Rutsch durch. Nur für einzelne Fotostopps blieb uns Zeit 😀.







In Yala wartete das wunderschönes Hotel „Cinnemon Wild Yala“ auf uns mit einer nicht alltäglichen Lage. Am Rande des Nationalparks mit zahlreichen wilden Tieren, war es untersagt sich bei Dunkelheit alleine auf dem Areal zu bewegen. Zu gross war die Möglichkeit, dass wilde Tiere den Weg kreuzen und richtiges Verhalten wichtig war. Das gab dem ganzen einen abenteuerlichen Touch und das vom Zimmer abholen und wieder zurück geleiten verlieh einem fast schon das Gefühl von VIP- Behandlung 😄.
Doch wie schon erwähnt – Safari 2 und am nächsten Morgen Nr. 3 standen bevor. Wir fuhren im Jeep stundenlang durch den riesigen Park, in welchem nebst Elefanten auch Leoparde und Bären zu Hause waren. All die anderen Tiere wie Krokodile, Wildschweine, Wasserbüffel, Pfaue, zahlreiche Vögel, Hasen, etc etc seien ebenfalls erwähnt und waren nicht weniger eindrücklich. Zumal uns das Glück nicht gegönnt war Leoparde und Bären zu beobachten. Da wurden die kleineren Vier- und Zwei-Beiner umso wichtiger 😀. Eindrücklich und faszinierend war es allemal. Mich begeisterte zudem das Licht – sowohl am Abend wie auch am Morgen – ungemein. Es hat zu jeder Tageszeit etwas Magisches.











Doch auch hier hiess es dann schon bald alle 7 Sachen wieder zu packen und den Weg zu unseren letzten Station in Beruwala anzugehen. Die rund 6,5 Stunden Fahrt verbrachten wir nicht nur im Auto, sondern besuchten das Südküsten-Städtchen Galle. Unsere Aufmerksamkeit bekam vorallem das holländische Fort, welches seit 1649 in deren Besitz ist. Ursprünglich hatten es 1588 die Portugiesen erbaut. Heute ist hinter den dicken Schutzmauern, welche übrigens beim Tsunami 2004 ohne Schaden trotzten, eine Stadt entstanden, die Kirchen, Shops, Schulen – sprich alles für einen normalen Alltag notwendige – bietet. Ein historischer Platz, der seinen Charme durchaus ausstrahlen mag.








Tja und dann kamen wir im Hotel direkt an der Beach an. Wir waren nach all den traditionellen Unterkünften und Erlebnissen nicht eingestellt auf diese Ballermann-Oase. Doch dadurch, dass es sich um ein grosses Hotelareal handelt, konnten wir dem Trubel weitestgehend ausweichen und somit die erhoffte Ruhe und Erholung einer wahnsinnig vielseitigen, farbenfrohen, traditionellen und geschichtsträchtigen Reise geniessen.
Danke „ehrenwerte Insel“ für diese nachhaltige, eindrückliche Erfahrung. 😍







































