Die chillige Hauptstadt Edinburgh

Wir haben es geschafft! Im 2. Anlauf haben wir die Hauptstadt von Schottland erreicht. Nach der Odyssee von vor einem Jahr, wo wir in Heathrow strandeten, kamen wir dieses Jahr planmässig in Edinburgh an. Die Freude über dieses Glück war gross, auch wenn ein frühes Aufstehen dafür nötig war.

Das Haymarket Hotel liegt in guter Distanz zur gleichnamigen Tram-, Zug- und Bussstation. In knapp 30 Min waren wir vom Flughafen beim Hotel – ohne Umsteigen.

Das Hotel besteht aus 6  Reihenhäuschen, was einen privaten, ja fast persönlichen Touch gab. Nachdem wir die Koffer eingestellt hatten, machten wir uns bereits auf Entdeckungstour, plus hielten wir Ausschau nach einem Breaki-Platz. Gesucht und in einer Parallelstrasse zur berühmten Princes Street gefunden. Danach besuchten wir schon mal den Vorhof des Schlosses und liessen uns dort von den riesigen Tribünen und Bauten des Tattoo’s begeistern.

Auch begeistert haben uns Strassenkünstler mit ihren Darbietungen. Parallel zum Tattoo lief auch das Fringe Festival. Die Stadt war voll von kreativ Arbeitenden, was eine ganz spezielle Athmosphäre verbreitete.

Die Stadt war zudem am Donnerstag ebenfalls voll von AC/DC-Fans. Am selben Abend fand ein Konzert, nur eine Busstation von unserem Hotel entfernt, statt. Es soll eines der seltenen Konzerte in Europa gewesen sein, entsprechend vielseitig war die Fan-Gemeinde, was uns in einem Pub ein einheimischer Flughafen Mitarbeitender berichtete. Für uns war es eine weitere, kreative Augenweide, wie die Fans ihre Liebe zur Band ausdrückten.

Am Donnerstagabend genossen wir im Restaurant „The Outsider“ ein Abendessen voller Geschmacksexplositionen. Gleichzeitig hatten wir von unserem Platz aus direkten Blick aufs Schloss und konnten so aus der Ferne die Lichtshow des Tattoo’s mitverfolgen. Da der Tag für uns aber mittlerweile über 20 Stunden alt war, gingen wir auf direktem Weg ins Hotel und legten unsere Häupter nieder.

Edinburgh ist die einzige Gross- und Hauptstadt weltweit, die keine Hochhäuser hat, welche das Stadtbild prägen. Und genau das hat uns enorm beeindruckt, dass die Stadt den traditionellen Baustil über all die Jahre und die verschiedenen Epochen beibehielt. Was auch auffallend war, ist die nicht vorhandene Hektik, die wir von zu Hause in den Städten kennen. Alles schien chillig und stressfrei zu sein. Und das scheinen sie durchzuziehen. So sind z.B. die Arbeitszeiten von 10.00 – 16.00 Uhr, damit genügend Zeit für Familie, Freizeit und Freunde bleibt. Genau diese Haltung merkt man in allem: im Verkehr, beim Schlange stehen, beim Ticket lösen im Bus, in den Geschäften und Restaurants. Manchmal war für unsereins Geduld nötig 😉, aber nach wenigen Stunden waren auch wir infiziert von diesem Chill-Modus 😇.

Den Freitag starteten wir mit einem leckeren Brunch. Danach gings rauf zum Carlton Hill, wo wir die Aussicht auf die Stadt und das Meer auskosteten. Danach eroberten wir die Haupteinkaufsstrasse „Princes Street“, nebst Socken fanden keine weiteren Notwendigkeiten den Weg zu uns 😀. Spannend war es dennoch zu sehen, was es hier so alles gibt und welche Mode die Schotten begeistert. Ein kleines Jetleg und viele Schritte durch die Menschenmassen liessen uns das Hotelzimmer aufsuchen, um uns auszuruhen.

Denn, heute stand das lang ersehnte Tattoo an, was uns euphorisch werden liess. Seit genau 75 Jahren findet dieses Spektakel statt und hat in dieser Zeit rund 16.5 Mio. Zuschauende verzaubert. Militärische Präzision sorgt dafür, dass die gezeigten Formationen taktvoll und äusserst rhythmisch aufgeführt werden. Dass auch beim Jubiläumsanlass „Top Secret“ von Basel dabei war und ergänzend zu den faszinierenden Trommelformationen stolz die Schweizer Fahne in Szene setzten.

Zufrieden und doch auch etwas durchfroren, liefen wir zurück Richtung Hotel, wo wir todmüde ins Bett fielen.

Am Samstag fuhren wir mit dem Zug in knapp 45 Minuten nach Glasgow. Diese Stadt zählt ca. 600’000 Einwohner, was rund 70’000 mehr ist als Edinburgh. Glasgow schien uns weniger sauber und geordnet, als die schottische Hauptstadt, faszinierte uns aber durch die spürbare Aufbruchstimmung und Lust auf Innovationen. Sie soll der schottische Hub sein für moderne Technik, Digitalisierung und Medizintechnik. In einem Hopp on – Hopp off Bus verschafften wir uns einen Überblick über die Stadt und stiegen ab und an aus. So auch um ein grosses Stück am Fluss entlang zum Transport-Museum zu schlendern.

Glasgow ist übrigens sehr bekannt für ihre grossen Wandmalereien. Für Grossereignisse werden immer wieder Künstler aus der ganzen Welt beauftragt, Impressionen grosswandig zu gestalten.

Der nächste Stopp war dann wieder beim Ausgangspunkt, was für uns gleichzeitig auch Ausgangsort für eine weitere, kleine Shopping Tour war. Erneut fanden wir keine Habseligkeiten, die wir unbedingt unser Eigen nennen wollten 😉. Dafür versuchten wir es mit einem frühen Abendessen, was aber halb Glasgow wohl auch so plante. Nun, bei Rosa’s Thai fanden wir dann doch noch ein Plätzchen. Nichts, was unsere Gaumen überraschte, aber es half definitiv gegen den lauter werdenden Hunger.

Zurück in Edinburgh gönnten wir uns einen Schlummertrunk im Ghillie’s, was eine umgenutzte Kirche ist. Die dort auftretenden, lokalen Künstler sorgten für gröllende, fröhliche und tanzende Gäste. Auch wir zottelten danach zufrieden, gut unterhalten und müde ins Hotel zurück.

Den Sonntag starteten wir wieder mit einem leckeren, gemütlichen Brunch, unmittelbar bei unserem Hotel liegend. Danach liessen wir uns nach Falkirk chauffieren, wo es eine einmalige Fluss-Schleuse gibt. Das faszinierende Konstrukt konnten wir natürlich nicht nur bestaunen, sondern buchten eine Fahrt mit dem Boot. So erlebten wir live, wie das funktioniert und vor allem welch herrliche Aussicht es auf der 27 Meter höheren Ebene gab. Nach einer kleinen Stärkung im Pub „behind the wall“ ging es mit dem Zug zurück nach Edinburgh.

Am Abend hatten wir im „White Horse – Oysters & Seafood‘ einen Tisch reserviert. Die leckeren Häppchen liessen uns weit über den eigentlichen Hunger hinweg schlemmen. So dass der rund 30-minütige Rückweg von allen sehr gerne zu Fuss in Angriff genommen wurde.

Und schon hiess es „Koffer packen“. Doch da wir erst einen späten Rückflug hatten, konnten wir den Tag voll auskosten. Dafür spazierten wir am Fluss entlang nach Stockbridge, was ein ursprüngliches Gebiet mit Dorfcharakter hat. Hier hat es auch übermässig viele Kaffees, was wir natürlich persönlich ausprobierten.

Frisch gestärkt gingen wir runter zur Portobello Beach. Die Sonne begleitete uns auf diesem Schlenderweg und nur schwer trennen wir uns davon. Zurück in der Stadt gönnten wir uns noch ein paar Minuten für persönliche Andenken an diese tolle Stadt zu shoppen 😊.

Kurz nach 17.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Flughafen und wir verabschiedeten uns von dieser traditionellen und doch vielseitigen Stadt. Mit der Edelweiss flugen wir zurück nach Hause – gut genährt und exzellent bedient.

Lissabon – ein zweiter Blick lohnt sich

Ich muss gestehen, es war nicht „Liebe auf den ersten Blick“, doch definitiv auf den zweiten.

Natürlich half es nicht, dass mir nur knapp 2 Stunden nach der Ankunft in der portugiesischen Hauptstadt meine Sehbrille von einem Langfinger entwendet wurde. Doch war ich am Anfang auch etwas irritiert über die vielen „Kopien“ von Wahrzeichen anderer Städte, wie z.B.

  • Die rote Brücke von San Fransisco
  • Cristo Rio von Rio de Janeiro
  • Tuk Tuk aus den asiatischen Ländern
  • 7 Hügel wie in Rom

Doch je mehr ich über die Stadt las, desto mehr verstand ich die Zusammenhänge und ja, musste zugeben, dass viele der Geschichten sehr schön und fast schon herzerwärmend waren. Und auf einmal war ich so in der Stadt drin, dass all die Plätze, die wir ausserhalb des Zentrums besuchten, mir fast schon zu ruhig und zu wenig lebendig vorkamen.

Wusstest du übrigens, dass Lissabon älter ist als Rom? Zwar fiel Lissabon ca. 1755 dem schlimmsten und heftigsten Erdbeben der Menschengeschichte (9,0) zum Opfer. Die Stadt wurde nach dem Beben von einer Tsunamiwelle von über 15 Meter Höhe und einem Grossfeuer überrollt, so dass es komplett neu aufgebaut werden musste. Diese Aufbauarbeiten wurden genutzt, um die Gebäude Erdbeben sicherer zu bauen, da aufgrund der Nähe zu der Kontinentalplatte Erdbeben nicht selten auftreten. Gleichwohl behielten sie den Baustil mit den osmanisch geprägten Kacheln bei, was auch heute die Stadt ausmacht. Ergänzend oder eher optional werden die Fassaden farbenfrohen gestrichen, was eine unglaubliche Wärme oder auch Lebensfreude ausstrahlt.

By the way, dass Lissabon von Erdbeben erfasst werden kann, haben wir selber erlebt. In der Nacht vom 26. August 2024 bebte die Erde mit einer 5,4. Es war so stark, dass ich nicht nur erwachte, sondern im Bett so stark durchgeschüttelt wurde, dass ich dachte ich falle aus dem Bett. Doch die angepasste Bauweise bestätigte sich nicht nur dadurch, dass ich im Bett blieb, sondern auch, dass sich am Morgen keine offensichtlichen Schäden zeigten.

Unser Hotel FLH Memoria lag in Mitten der Altstadt und am Fusse des Castello de São Jorge. Diese Burg stammt aus dem Jahre 1’100 nach Christi. Ein wunderschöner Ort mit guter Energie. Wir besuchten diesen Platz fast täglich, auch wenn wir nur beim Sonnenuntergang Eintritt bezahlten und uns in der goldenen Stunde nicht sattsehen konnten.

Denn auch die Strassen rund um diese Burg waren es wert entdeckt zu werden.

Wo auch immer in der Altstadt man sich bewegt, kreuzen die alten Wahrzeichen-Tram den Weg. Nostalgie pur. Dass diese von unzähligen Tuk Tuks begleitet, überholt und ja auch ab und an ausgebremst werden, gehört wohl zum Strassenalltag in dieser Stadt dazu. Neuerdings sind viele dieser Tuk Tuks auf retro nachgebaut. Besonders oft und auffällig sieht man den Ford Modell T mit e-Motor, was den antiken Touch unterstreicht.

Am Freitag brachte uns ein Restaurant Tip mit der Fähre nach Almada. In nur 7 Minuten quert man den Fluss. In Almada ist aber nicht nur das gute Fischrestaurant Atira te ao rio, sondern auch die Statue Cristo Rio, einer der drei wichtigsten Wahlfahrtsorte auf der iberischen Halbinsel, ein Besuch Wert. Ansonsten konnte uns Almada wenig überzeugen. Eine Geduldprobe war es für die Liftfahrt auf die 85 Meter über dem Boden liegende Plattdorm, am Fusse von Cristos. Gerade mal 15 Personen passten in den einzigen Lift und damit oben auf der Plattform nicht zu viele Menschen waren, war nur jede 3 Fahrt nach oben mit Personen besetzt. Aber ja, oben angekommen, war es atemberaubend mit der Sicht weit über Lissabon hinaus.

Wenn immer wir von unseren Ausflügen zurückkamen, erkundeten wir die 7 Hügel. Jeder Hügel wird von einem Heiligen beschützt. Zwischen den Hügeln gibt es Platz für Begegnungszonen in Form von Restaurants, Park’s, öffentlichen Plätzen, Shops, etc etc. Viele dieser Plätze wurden von Strassenmusikern genutzt, ihr Können zu präsentieren. Gleichzeitig versprühen diese musikalischen Beiträge das Gefühl von Ferien, Leichtigkeit und Lebensfreude.

Obwohl wir nicht ganz alle 7 Hügel von A – Z erkundet haben, haben wir uns in 2 Stadtteilen besonders wohl gefühlt: Chiado und Carmo. Diese Gebiete war nicht so sehr von den Touristen überlaufen, gleichzeitig schienen die Gebäude sehr gepflegt und die Restaurants waren geprägt vom portugiesischen Flair. Wir schlenderten besonders gerne durch die Gassen und liessen uns inspirieren.

Kulinarisch haben uns folgende Lokale besonders überrascht und überzeugt:

  • Atira te ao rio, Almada
  • Cafe Paleio, rua Madaleia
  • Ribadouro, bekannt für Meeresfrüchte
  • Tapas n’Friends
  • Barroso do Avillez: Lage, Qualität,  Service, Auswahl top.

Die zahlreichen Wandmalereien in jedem Stadtteil sind Zeichen der kreativen Bevölkerung. Und wie es so schön hiess auf einem Schild: gemalt mit viel Wein und ebenso viel Kaffee😀.

Je länger wir dort waren, desto mehr nahm mich diese Stadt für sich ein. Ein wunderschöner Kurzurlaub in einer Stadt, wo Geschichte, Kultur und Tradition kombiniert mit neuzeitlichen Entwicklungen im Einklang sind.

Thassos – ein griechischer Geheimtipp

Nach einer längeren Pause ging es dieses Jahr wieder in den traditionellen Freundinnenurlaub. Und wie bei uns üblich, war auch dieses Jahr eine griechische Insel das auserwählte Reiseziel. Aufgrund eines Tipps buchten wir im Vathi Cove Luxury Resort & Spa auf Thassos.

Thassos ist eine kleine Insel im Norden, Nähe des Festlandes, und gilt noch als Geheimtipp. Für mich ist das Erklärung genug, dass keine direkten Charterflüge ab der Schweiz angeboten werden. So buchten wir gemeinsam ab Innsbruck.

Doch um diese Jahreszeit scheint die Insel noch nicht so gefragt zu sein, was zu einer Flugannullation führte. Wollten wir an dieser Destination festhalten, mussten wir München als Ausgangsort akzeptieren. Meine Neugier war definitiv geweckt. Was ist an dieser Insel so speziell, dass man die komplizierte und zeitaufwendige Anreise doch in Kauf nimmt?

Wir trafen uns in Innsbruck, stimmten uns dort bereits auf den anstehenden Urlaub ein und liessen uns dann um 01.30 Uhr im Kleinbus nach München chauffieren. Der Flug ging pünktlich und der Transfer in Kavala zum Fährenhafen verlief prompt. Die rund 1stündige Überfahrt genossen wir in vollen Zügen, was uns aufgrund des langsamen Tempos gut ermöglicht wurde. In Limenas angekommen, wartete der Fahrer auf uns und fuhr uns zum Hotel. Schon nach wenigen Minuten reduzierte er das Tempo stark und schüttelte uns über eine staubige, weisspulvrige Strasse Richtung Hotel. Leicht irritiert aber nicht weniger neugierig versuchten wir durch die Staubwolke etwas zu erkennen. Bald schon fiel uns das Schild „Marble Beach“ auf. Bei den geringen Vorab-Recherchen über diese Insel habe ich gelesen, dass dies der schönste Strand der Insel ist. Gut zu wissen, dass der so Nahe ist 😀. Kurz danach kam der Vathi Port, welcher ebenfalls sehr hübsch aussah. Unser Fahrer meinte dann aber, dass das nichts sei im Vergleich zu unserem Hotelstrand. 🥰 Langsam kam Euphorie auf! Und wir wurden mehr als belohnt!

Zuerst gönnten wir uns unglaublich geruhsame, lesestarke und schwimmfreudige Tage am Meer. Dieses Verwöhnprogramm wurde mit einer excellente Küche abgerundet.

Dann entfachte sich unser Entdeckungsgeist und wir erkundeten die Insel. Wir suchten die viel beschriebenen Beaches auf. Die da sind: Golden Beach, Paradies Beach, Marble Beach, Aliki Beach:

Die vorgänig beschriebene, wunderschöne Vathi Beach beim Vathi Port war die letzten Tage von einem spannenden Gast geprägt: ein grosses Frachtschiff legte dort an, weil es mit dem Inselgut „weisser Marmor“ befüllt wurde. Für unser Empfinden eine spezielle Strandsituation 🙄.

Und ja, dieser weisse Marmor war schon in der Antike bestens bekannt und bei allen beliebt. Auch die Römer waren schon Liebhaber dieses rein weissen Marmors und nutzten diesen für Tempelfassaden und Säulen. Genau dieser Marmor wird auf der Insel abgebaut und gibt ihr gleichzeitig diese unglaublich schönen und edel wirkenden Strände. Und natürlich hebt die weisse Farbe das tiefblaue des griechischen Meers noch intensiver hervor.

Dieses herrliche Fleckchen Erde hat es uns angetan. Wir konnten uns nicht satt sehen an den Farben des Meeres, umrundet vom Grün des bis ins Meer reichenden Waldes, dem weissen Sandstrand und dem wärmenden Gelb am blauen Himmel. Dieses paradiesische Bild wurde durch das vielfältige Vogelgezwitscher, dem Kreischen der Möwen, dem Blöcken der wilden Ziegen und den springenden Fischschwärmen abgerundet.