Aktivferien in der Toscana

Lange musste ich Geduld aufbringen, bis endlich die lang ersehnten Ferien starteten. Umso schöner war es, dass fast punktgenau der Sommer Einzug hielt und wir mit den besten Wetterprognosen das Ferienziel „Riotorto“ anpeilten. Die Autos beladen mit den nötigen Bike- sowie Badeutensilien, die man für einen genussvollen als auch aktiven Urlaub so braucht, ging es frühmorgens ab Richtung Bellinzona, wo wir auf meine Schwester und meinen Schwager trafen. Zu viert ging es weiter über die leeren Autobahnen. In Lucca gönnten wir uns eine Mittagspause. Ein kleines, aber sehr schönes Städtchen. Speziell ist hier sicher die grosse Stadtmauer, die die Altstadt umgibt. Sie lädt ein zum Spazieren, Velo fahren, Joggen, Hund spazieren führen…. jeder der/die sich bewegen will, nutzt den Schutzwall dafür.

Am eigentlichen Ferienziel Riotorto angekommen, bezogen wir das zweistöckige Appartement im Country Resort Salvapiano. Im nahe gelegenen Conard haben wir alle nötigen Sachen eingekauft und eingeräumt – es ist fast schon wie zu Hause und doch anders – die vielen italienischen Köstlichkeiten sind Zeichen dafür 😀.

Am nächsten Morgen nehmen wir die erste Velotour in Angriff. Ziel ist heute San Vincenzo, wo wir Freunde abholen, die von Walenstadt via Südtirol bis nach Riotorto gefahren sind. Dankbar für die unfallfrei Reise der beiden und einfach weil man sich wiedersieht, gönnen wir uns einen Apero im Hafen. Auf der Hin- wie Rückreise werde ich begeistert von wunderschönen, typischen Landschaftsbildern. Natürlich wurde die offizielle Ankunft der beiden Fahrrad-Touristen gebührend gefeiert.

Zurück im Appartement nisten sich die Neuankömmlinge ein, so dass wir anschliessend den Abend rundum geniessen können. Der Genussfaktor wird unterstützt von einheimischem Wein (vom Weingut des Inhabers des Country Resort Salvapiano) und Selbstgekochtem von Zuhause.

Am nächsten Morgen geht es früh los, denn diese Tagestour soll etwas länger werden als die Aufwärmtour vom Vortag. Vom Appartement geht es zahlreichen Plantagefeldern entlang Richtung San Lorenzo. Tomaten-, Melonen-, Artischocken-, Avocado-, Oliven-, Weizen-, Sonnenblumen-, Mohnblumen-  und Trauben-Plantagen begeisterten uns kilometerweit. Die hügelige Fahrt durchs Hinterland führt uns schlussendlich nach Follonica ans Meer. Ein Erfrischungsstopp darf schon sein, bevor es zurück nach Riotorto geht – erneut entlang an Vielerlei von Plantagen.

Abends forderten wir uns beim Kochen und gestalteten Workshops mit lokalen Spezialitäten. Einmal gab es Muscheln an einer Weissweinsauce und Spaghetti. Am zweiten Abend versuchten wir es mit einem Pulpo. Dank Google fanden wir ein Rezept, welches uns machbar schien. Und siehe da – den Pulpo haben wir weich gekriegt und in der Bratpfanne perfekt knusprig gebraten. Als Vorspeise verarbeiteten wir die restliche Muschelsuppe. Stolz genossen wir unser leckeres Abendessen.

Die nächste Tour führte uns von Riotorto nach Suvereto, weiter nach Campiglia Marittima und wieder zurück nach Riotorto. Kein Hinderniss konnte uns stoppen, auch nicht ein Flussbeet, welches seit Jahren mal wieder viel Wasser führte. Einzig ein paar Schuhe mussten als Preis für die Flussüberquerung hergegeben werden 😀. Aber auch das wurde galant überbrückt und hinderte uns keinesfalls auf der Tour. Die beiden am Hang gelegenen Dörfer bieten nicht nur eine geniale Aussicht über die Felder und Richtung Meer, sondern die historischen Bauten sind Zeitzeugen einer lebendigen Vergangenheit. Auch hier darf ein Kaffeestopp nicht fehlen und das Treiben der Einheimischen bietet uns Einblick in die lokalen Alltagsroutinen.

Bevor wie die nächste Tour in Angriff genommen werden konnte, galt es die ausrangierten Bikeschuhe zu ersetzen. Daher gingen wir erst kurz vor Mittag los, was temperaturmässig eine kleinere Herausforderung darstellte. So nutzten wir die Meeresbrise auf dem Weg nach Follonica und gönnten uns im Ristorante Pagni, direkt am Meer, erneut einen kleinen Aperohalt. Zurück zu Hause übten sich die Hitzeresistenten im Beachtennis. Voller Körpereinsatz wurde geboten. Während dessen sorgten die anderen in der Küche fürs leibliche Wohl.

Da Charlotte und Pitsch am Donnerstagabend den Nachhauseweg in Angriff nahmen, gönnten wir uns einen erholsamen Ruhetag am Meer. Das Plätschern des Meeres und die silbern schimmernden Wellen verzückten uns alle gleichermassen und das Ferienfeeling war komplett.

Am Freitag wagten wir uns an die Königsetappe der ersten Woche heran. Bolgheri soll mit einem Besuch beehrt werden. Bei Suvereto stiegen wir in die Bergetappe ein bis nach Sassetta. Ein äusserst angenehmer Pass, zum einen wegen der zwar stetigen aber optimalen Neigung und zum andern säumen dichte Bäume die Straße, so dass die aufkommende Hitze ganz angenehm empfunden wird. Die kurve Abfahrt führt uns bereits an zahlreichen, imposanten Weingüter vorbei und lassen erahnen, was uns im Herzen von Bolgheri erwarten wird. Ja und dann kam sie – die legendäre und weltweit bekannte Allee nach Bolgheri. Natürlich mussten wir das bildlich festhalten 😀. Bolgheri selber ist ein kleines Dörfchen, welches hinter dem grossen Eingangstor und -turm angesiedelt ist. Die Berühmtheit dieser Region spiegelt sich in den Getränkepreisen wider. Da kann nicht mal die Schweiz mithalten….

Von Bolgheri ging es weiter nach Castagneto Carducci. Ein Dorf hoch am Hügel gebaut und der Aufstieg dahin forderte uns unerwartet, im Vergleich zum Pass am Vormittag. Doch es war die Anstrengung wert! Ein stärkendes Mittagessen versorgte uns mit der nötigen Energie für die Rückfahrt via San Lorenzo nach Riotorto. Sehr zufrieden und happy legten wir uns nach der eindrücklichen und vielseitigen Tour an den Pool.

Abends wurden wir ausgeführt ins Castello Bonaria. Leicht erhöht oberhalb von Venturina steht das stolze Hotel/Restaurant, das wie ein kleines Schloss aussieht. Die atemberaubende Aussicht lenkt ab von den Köstlichkeiten, die auf dem Tisch stehen. Alles in allem geht ein Tag zu Ende, der uns rundum als Könige fühlen lässt.

Die Temperaturen legen täglich noch einen drauf. Trotzdem wollten wir uns das Biken nicht nehmen lassen. Ergänzend dazu hatte uns die Fahrt nach Sassetta so gut gefallen, dass wir uns diese Tour nochmals gönnten und uns dort die Zeit nahmen, das Dorf zu erkunden. Ein Bijou verbirgt sich hinter den steinigen Dorfmauern. Die Fahrt hoch, wie auch runter und zurück nach Riotorto genossen wir in vollen Zügen und nutzten jede Chance für Kommunikation mit Einheimischen 😉

Am Montag ging es ans Meer, wo nebst Schnorcheln, schwimmen und sonnenbaden auch Beachschlafen auf dem Programm stand. Ja, auch so lässt es sich in den Ferien den Tag verbringen. 😀 Am Abend zeigte sich dann zum 1. Mal seit unserer Ankunft ein wunderschöner Sonnenuntergang….fast schon wie zu Hause 😉.

Und dann kam bereits die Königsetappe der 2. Woche! Also eigentlich war es eine kleinere Tour als nach Bolgheri mit ähnlich vielen Höhenmetern. Da es sehr heiss zu werden schien, fuhren wir bereits um 7.30 Uhr los. Massa Marittima war das erklärte Ziel. Überland führte uns Stefi, der Tourguide, via Suveretto Richtung Tagesziel. Gemütliche Strässchen fast ohne Verkehr befuhren wir und erfreuten uns einmal mehr an den tollen als auch typischen Landschaftsbildern der Toscana. Nach ca. 20 Kilometern erhob sich die erste steile Rampe vor uns. Diese sollte nur der Vorbote weiterer Aufstiege sein, die es zu überwunden galt. Die hügelige Fahrt forderte uns, gleichzeitig waren wir verzückt von den wunderschönen Bildern. In Massa Marittima angekommen, war eine Abkühlung unausweichlich. Diese Station war ebenfalls sehr eindrücklich, vor allem durch die enorme und sehr prägende Kathedrale inmitten des bescheidenen Dorfes. Auf dem Rückweg forderte uns ein heisser Gegenwind, der unsere Körper erneut zum Glühen brachte. Zurück in Riotorto gönnten wir uns glücklich und zufrieden ein kühles Bier und stärkten uns bei feinen italienischen Spezialitäten.

Siena definierten wir bereits beim Ferienstart als die Destination, die wir mit dem Auto anfahren und erkunden wollten. Gesagt, getan. Die geschichtsträchtige Stadt lockt zig 1000 Touristen pro Tag an. Nur schon das Auto an einem erlaubten Platz zu parken, stellte die erste Herausforderung dar. Die auf 2 Hügeln erbaute Stadt wird von einem imposanten Dom als auch einer Basilisk gezeichnet. Die an- und ineinander gebauten Häuser vermitteln eine Einheit als auch geschichtlich faszinierende Harmonie, so dass man ehrfürchtig all die Eindrücken auf sich wirken lässt.

Und schon steht die Abschlusstour an. Eine kurze Tagestour mit einem Kaffeehalt war die Erwartung und genau das wurde erfüllt. Einmal mehr zielten wir Campillia Marittima an, aber über neue Wege und so kam auch auf der letzten Tour keine Routine auf. Genuss pur verbunden mit etwas Wehmut begleitete uns auf den rund 30 Kilometern. Dieses Gefühl wurde noch bestärkt, als wir unsere Utensilien das letzte Mal am Strand aufstellen. Doch es waren alles in Allem so erholsame, aktive, gemütliche, genussvolle und freundschaftliche Ferien, dass Dankbarkeit, Glück und Zufriedenheit uns rundum erfüllen. Ciao Italy und vis zum nächsten Mal.

Salerno als Tor zur Amalfiküste

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13. – 16.04.2018

Ein Geschenk der Freundschaft brachte mich für 4 Tage nach Salerno. Ich freute mich auf dieses Abenteuer, da mir diese Region noch völlig unbekannt war. Bekannt waren mir jedoch die farbigen Bilder der Amalfiküste, so dass ich es kaum erwarten konnte, auf Entdeckungstour zu gehen.

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