Fraser Island

24.7. – 25.7.2018

Fraser Island (die Abirigionals nennen sie K’gari, was „Paradies“ bedeutet) ist bekannt als die grösste Sand-Insel weltweit. Mit ihrer Länge vo 124 km und Breite von 25 km würde man erwarten, dass mehr als 194 permanente Einwohner diese Insel besiedeln.

Meine Erwartung war auch, dass ich 2 Tage vor allem Sand sehe und Beaches. Weit gefehlt! Die Insel ist sehr grün und hat mehrere „Frischwasser-Seen“, wie sie es hier nennen.

Aber fangen wir am Anfang der zweitägigen Tour an:

Als erstes besuchten wir Lake McKenzie – wunderschönes, klares Wasser lud zum Schwimmen sowie zum Schlendern am schneeweissen Strand ein. Die Morgenstimmung tat ihres dazu, dass man sich nicht sattsehen konnte.

Danach ging es zur Central Station, wo der Ursprung der Besiedlung der Insel war. Bevor wir den Regenwald besuchten, wurden wir einmal mehr vehement darauf hingewiesen, wie wir uns zu verhalten haben, wenn ein Dingo unseren Weg kreuzt. Ich hoffte von Herzen, dass mir keiner begegnen wird, denn die vielen Hinweise liessen langsam Angst aufkommen. 🙄 Dabei sehen sie so harmlos….ja wie Hunde aus…oder nicht? Aber eben….sie sind massiv aggressiver als Hunde und töten sehr wohl Menschen.

Zurück zum Regenwald – es ist einzigartig, dass an einem Ort wie Fraser Island ein Regenwald bestehen kann. Gemäss unserem Guide Steven ist das deshalb der Fall, weil der Sand nicht trocken ist, wovon man eigentlich ausgeht, sondern die Insel ist sehr feucht. Somit sind die Umstände gegeben, dass ein tropischer Regenwald, analog dem Daintree Rainforest, auf der Insel existiert. Täglich fliessen grosse Mengen von Frischwasser ins Meer.

Der nächste Stopp war beim Lake Wabby. Hier hiess es, dass man für 2,4 km 45 Minuten benötigt und ich stellte mir die Frage – was um himmelswillen mache ich so lange auf diesem Weg. Doch der Sandweg führte dazu, dass man 2 Schritte vorwärts und einen zurück machte…. ganz schön anstrengend…. wir schafften es dennoch unter 45 Minuten pro Weg und es war definitiv die Anstrengung wert – mitten in der Wüste ein kleiner, einladender See.

Als ich dann beim Bus auf die anderen noch warten durfte, genoss ich die Aussicht auf die langen Sandbeaches sowie auf das weite, grosse Meer. Man konnte gut die zahlreichen Wale beobachten und die Stimmung war einfach friedlich. Für alle, die nicht mehr wissen, wie es sich anhört wenn man am Strand steht und den Wellen zuschauen kann – einfach auf folgendes Video klicken 😉

Am nächsten Morgen leitetenden die Pinnacles Coloured Sands den Tag ein.

Von dort ging es weiter zu den Champagne Pools. Am Rande des Meeres, umgeben von Lavagestein liegen die beiden kleinen Pool’s und laden zum Baden ein. Ab und an schwappen Wellen vom Meer über die Brüstung, was wohl zu dem prickelenden Namen „Champagne Pools“ verhalf.

Die Indian Heads erklimmten wir als nächstes. Atemberaubend die Aussicht von diesem Hill – nicht nur auf die endlosen Strände von Fraser Island, auch aufs grosse weite Meer hinaus – man konnte sich nicht satt sehen. Aufgrund der Jahreszeit war es uns auch von dem Aussichtspunkt aus gegönnt, dass wir zahlreiche Wale beobachten konnten, wie sie sich im Meer vergnügten – aber auch Haie sowie zahlreiche, andere grosse Fische konnten wir von oben beobachten. Ein weiterer magischer Moment.

Das Mittagessen nahmen wir bei Cathederal Pic Nic Place ein. Wie überall auf der Insel, wo man Mahlzeiten einnahm, waren diese Bereiche geschützt, so dass keine Dingos unerwartet auftauchen konnten. Als wir zurück auf die Sand-Autobahn wollten, wurden wir von einem Auto, welches stecken geblieben war, aufgehalten. Unser Fahrer Steve stieg aus und versuchte, zusammen mit der ganzen Manneskraft, welche bei uns am Bus war, das Auto zu befreien. Als dies nicht funktonierte, zog er es mit dem Bus raus. Die beiden Frauen waren sehr froh, gerettet worden zu sein und es schien, als ob sie in diesem Moment ihr Auto gerne gegen einen Platz im Bus getauscht hätten.

Als wir wieder freie Fahrt hatten, ging es weiter zum Wrak der „SS Maheno“. Sie liegt seit 1935 auf Fraser Island und gilt als Touristenattraktion. Davor war sie vor allem im erstetn Weltkrieg als neuseeländisches Krankenhaus auf See und verarztete die eigenen Streitkräfte. 1935 wurde sie durch einen Zyklon auf Fraser an Land gespült und gibt seither ein gutes Fotosujet ab.

Den Abschluss des heutigen Tages machte Eli Creek. Ein Frischwasserfluss, der ins Korallen Meer führt. Hier kann man zu Fuss oder auch schwimmend einem Teil des Flusses folgen – wer will, bis hin zur Mündung ins Meer. Nichts Spektakuläres und dennoch brach es unsere müden Knochen durch das frische, kühle Wasser wieder in Schwung.

Und dann war es auch schon an der Zeit, Richtung Hotel zu fahren, wo unser Gepäck zwischengelagert war. Auf dem Weg dahin stoppte Steve jedoch den Bus und liess einen Piloten einsteigen. Dieser bot uns an, die Insel aus der Vogelperspektive zu betrachten sowie hinaus aufs Meer zu fliegen. Da die Wale die letzten 2 Tage so sprungfreudig waren, entschied ich mich, dieses Angebot anzunehmen und den Rundflug zu machen. Mit mir waren noch 13 andere und so wurden wir auf 2 Kleinflugzeuge aufgeteilt. Wie wild knipsten wir unter anderem Fotos von all den Plätzen, die wir die letzten 2 Tage besucht haben. Nach rund 10 Minuten ging es jedoch bereits wieder runter in den Landeanflug. Wir waren noch total damit beschäftigt, die letzten Schnappschüsse aus der Vogelperspektive zu schiessen, als der Pilot das Flugzeug zum Stehen brachte. Kurioserweise landeten wir jedoch im Wasser und nicht auf der vorgesehenen Sand-Landebahn. Nun ja – wir wunderten uns zwar, wussten aber nicht, ob das eine Art Unterhaltung sein sollte.

Als wir vom Flugzeug wegwateten, merkten wir, dass der Pilot wie wild winkte, um die Aufmerksamkeit unseres Fahrers zu bekommen. Nach einem kurzen Ausstausch dieser beiden, fuhr unser Bus – mit nach wie vor 23 Mitglieder unserer Gruppe an Board – Richtung Meer, um das gestrandete Flugzeug aus dem Wasser zu ziehen. Da die Flut bereits eingesetzt hatte, wurde es sehr schnell hektisch. Die einfach geglaubte Rettungsaktion stellte sich jedoch als schwieriger heraus. Bald war klar, dass nun auch unser Bus stecken geblieben ist und sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Die herangerufenen Busse des gleichen Anbieters haben sofort versucht, den Bus zu befreien, doch nichts ging mehr. Die verwendeten Abschleppseile zerrissen eines nach dem anderen. Auch als es zwei Busse gemeinsam versuchten – nichts bewegte sich. Das Flugzeug wurde von den gestrandeten Bus-Passagieren versucht aus dem Wasser zu schieben – aber auch das war erfolglos. Erst ein herraneilender Traktor konnte mit einem Stahlseil in letzter Sekunde das Flugzeug retten. Beim Bus hatte auch der Traktor keine Chance – das Stahlseil zersprang genau so wie die Abschleppseile vorher.

Nach rund 1.5 Stunden und mittlerweile fortgeschrittener Zeit wurden wir Passagiere (rund 120 Personen) mit den Bussen zum Hotel gebracht und von dort im Eiltempo zur Fähre geführt. Diese hätte eigentlich um 17.00 Uhr die Insel verlassen müssen, doch da es die letzte Fähre des Tages war, wartete diese auf uns und verliess mit einer Verspätung von rund 40 Minuten den Hafen. Wir alle waren sehr froh, dass wir doch noch von der Insel konnten, war unsere Stimmung jedoch getrübt von dem Wissen, dass der Bus als verloren galt und nicht mehr gerettet werden konnte.

Zur Versöhnung des unterwarteten und nachhaltigen Ereignisses, wurden wir bei der Überfahrt mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt – vielleicht erschien er uns jedoch auch nur so schön, weil wir alle froh waren, gesund und heil auf der Fähre zu sein.

Auf dem Mainland warteten die Busse auf uns, die uns zurück zur Unterkunft brachten. Ich kam mit meinem Busfahrer dann als letzte Passagierin dieses Transports noch ins Gespräch. Dieser berichtete mir, dass der Pilot das Flugzeug deshalb Richtung Meer leitete, weil er das Ruder/die Bremsen nicht mehr benutzen konnte und alles versuchte, um im absoluten Notfall uns Passagiere unverletzt runterzukriegen. Als ich das hörte, bekam ich ganz weiche Knie. Wir 7 Passagiere hatten wohl einen besonders fleissigen Schutzengel mitdabei und ich bin sehr dankbar, dass dies so ist. Es stimmt mich aber traurig, dass dadurch der Schutzengel Steve nicht gleichermassen schützen konnte – wer weiss welche Konsequenzen dieser nun zu tragen hat.

Kaum war ich in meiner Unterkunft berichteten mir Lindy und Berrie, dass unser Vorfall bereits in den News war. Tja – so schnell verbreiten sich solche Geschehnisse durch die neuen Medien….

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7Newsqueensland

https://ig.me/blAzTX17iKMQG

Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass alles glimpflich abgelaufen ist und ich meine Reise wie geplant fortsetzen kann. Es hat mir einmal mehr gezeigt, wie schnell sich doch das Leben verändern kann. Es ist für mich ein Grund mehr, das Leben noch intensiver zu geniessen, dankbar zu sein für jeden Moment sowie nichts als Selbstverständlich hin zu nehmen.

Copyright to all Photos and Video by Monika Manhart.

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Autor: Moni_meets_the_world

Ich reise gerne durch die Welt und lass mich inspirieren von der Vielfalt des Lebens. Andere Lebensformen, unterschiedliche Religionen, geographischen Gegebenheiten kombiniert mit Einflussfaktoren wie Klima, Wohlstand, Traditionen etc etc bereichern mich an jedem einzelnen Tag, wenn ich durch die Welt bummle. Mit diesem Blog halte ich meine Erlebnisse in Wort und Bild fest und wer immer Lust hat, darf sich darauf einlassen um sich mit meinen Erfahrungen inspirieren, motivieren lassen.

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